„Wir fliegen nach Istanbul und Kappadokien.“ - „Kappa…WAS?“

Mitte September hieß es wieder „Rucksack packen und auf gehts zum Flughafen“! Da wir unseren Sommer mal wieder in der klimatisierten Bibliothek verbracht haben, wollten wir noch etwas Summerfeeling im September - relativ schnell viel die Wahl auf die Türkei. Zuerst wollten wir ein paar Tage in Istanbul verbringen und anschließend für ein paar Tage in der Zentraltürkei um zu Entspannen. Wie immer hatten wir nur wenig Zeit um uns auf unsere Reise vorzubereiten, sodass wir gerade noch geschafft haben Reiseführer für die jeweiligen Ziele zu besorgen. 

Istanbul

Da Benny bereits zweimal in Istanbul war, bewegten wir uns zielgerichtet durch die Innenstadt. Wenn man morgens direkt die touristischen Sehenswürdigkeiten besichtigt, kann man sich in aller Ruhe tagsüber über den Großen Bazaar und die umliegenden kleinen Gässchen treiben lassen. Egal wo, in ganz Istanbul wird überall etwas gerufen oder versucht zu verkaufen. In der Metropolregion Istanbul leben über 15 Millionen Menschen die Tag und Nacht für emsiges Treiben auf den Straßen sorgen. An den ersten zwei, drei Tagen kann das einen schon mal überfordern. Selbst im September waren die Abende noch warm und bis spät in die Nacht waren noch viele Familie unterwegs, jedoch wesentlich weniger als tagsüber - das frühe Aufstehen bzw. lange Aufbleiben zahlt sich also aus :) 

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Für die Stadt sollte man sich genug Zeit nehmen, selbst 3 Tage haben uns gerade so gereicht damit wir uns einen Überblick verschafften konnten. Wie man sein Tagesprogramm füllen kann, haben wir euch im nächsten Absatz beschrieben.

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Things to Do in Istanbul

  • Direkt morgens zur Sultan Ahmet Moschee, Hagia Sophia und den versunkenen Palast um den Touri-Ansturm zu vermeiden

  • Über den Gülhane Parkı Çeşmesi (Park) zum alten Orientexpress Bahnhof laufen

  • In Eminönü am Hafen entlang laufen und sich von dem Menschentrubel treiben lassen

  • Am Tag mit der Fähre (ca. 20 Minuten) von Eminönü nach Üsküdar, Abends zurück mit der Marmaray Bahn (ca. 7 Minuten)

  • Ausflug auf den Großen Bazaar

  • Ausflug über die Gallata Brücke entlang der Einkaufsstraße „Istiklal“ bis zum Taksim Platz

  • Ausflug nach Kadiköy - Super cooles Studentenviertel mit vielen Bars, sehr westlich im Vergleich zur Altstadt

  • Park Ortaköy Meydani und Ortaköy Moschee: Kleines Viertel kurz vor der Europabrücke

  • Shisha Bar „ Erenler Hookah - Erenler Nargile“ versteckt mit kleinem Seiteneingang. Bar für Locals, Frauen nur in männlicher Begleitung.

  • Shisha Bar „Ottomania Çikolata&Kahve“, nur Enheimische und super leckere Shisha mit traumhafter Aussicht

Where to Eat in Istanbul

  • Turkistan Diner am Hippodrom (Ehemalige Pferderennbahn neben der Blauen Moschee)

  • Frischen Fisch im Brötchen direkt am Hafen dazu die eingelegten Früchte in rosa Saft

  • Döner Teller auf dem Großen Bazaar vom Holzkohle-Grill

  • Sesambagel, Mais und Maroni von den Straßenverkäufern

  • „Asuman“ Cafe in Kadiköy - Bestes. Schokoladendessert. Ever. 

Tipps und Tricks

  • [Für Frauen]: Selber ein Tuch mitbringen oder vor Ort kaufen (10TL) um in den Moscheen den Kopf zu bedecken 

  • [Für Frauen und Männer]: Puff-Hosen vor Ort kaufen (15 TL) und vor dem Moschee-Besuch überziehen, dann kann man den Rest des Tages entspannt in kurzen Hosen rumlaufen

  • Vitaminbombe: unbedingt einen Granatapfel Saft bei einem der Straßenverkäufer kaufen

  • Die Verkehrsregeln für Fußgänger sind recht flexibel, einfach an die Einheimischen halten 

  • Taxi fahren - Ein wahres Erlebnis  

  • Rucksack und Tasche in größeren Menschenmengen, wie z.B. auf dem Großen Bazaar, vorne tragen und achtsam sein

  • Mit der Marmaray Bahn ist man grundsätzlich schneller und zahlt auch weniger als mit der Fähre, doch man sollte auf jeden Fall mal über den Bosporus gefahren sein 

  • Ein einfacher Reiseführer war sehr hilfreich um sich in der Stadt offline zurechtzufinden und Hintergrundinformationen rauszusuchen

  • Kostenfrei Bargeld kann man an allen Automaten der „Ziraat Bankasi“ abheben

What not to do in Istanbul

  • Abends in kurzen Hosen rumlaufen

  • Versuchen mit einem Auto, Bus oder Roller alleine im Straßenverkehr zu recht zu kommen

  • Leitungswasser trinken. Duschen und Zähne putzen geht, zum Trinken aber lieber abgepacktes Wasser kaufen. 

  • In Moscheen von komisch aufdringlichen Menschen umhergeführt werden

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Kappadokien

Die Region „Kappadokien“ liegt in der Zentraltürkei und umfasst mehrere Städte, wobei Göreme als das kulturelle Zentrum gilt. Die Stadt ist berühmt für ihre in den Tuff-Stein gehauene Höhlenarchitektur und gehört seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe. Gerade in den letzten Jahren strömen im Sommer immer mehr Touristen in das kleine ca. 2.000 Einwohner Städtchen. 2017 wurde die Region von über 2,5 Millionen(!) Touristen quasi überrannt. Die meisten kommen lediglich für einen 1- bis 2-tägigen Aufenthalt vorbei, heizen mit Quads über Dünen, reiten mit Pferden zwischen den Feenkaminen durch die Täler und nehmen an einer der legendäre Heißluftballonfahrten zum Sonnenaufgang teil. Wir wollten uns für die Region mehr Zeit nehmen und haben ganze 6 Tage in Göreme und Umgebung verbracht. Während viele Einheimische uns komisch angeschaut haben, als sie erfahren haben, dass wir so lange in Kappadokien bleiben wollten, konnten wir deren Unverständnis nicht verstehen. Wer verbringt nicht gerne Zeit in einer Region in der es jeden Tag über 26°C hat, man von unzähligen Tälern zum Entdecken und Wandern umzingelt ist, man jeden Tag einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben kann und wo es überall verdammt leckeren Essen gibt?! Außerdem mussten wir ziemlich viel Schlaf von der letzten Klausuren-Phase nachholen:) 

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Das absolute Highlight der Reise war die Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang! Umgeben von weiteren 180 Heißluftballons ging es früh morgens auf in den Himmel. Während wir am Anfang sehr nah am Boden durch mehrere Täler geschwebt sind, hat uns der Fahrer je näher wir zum Sonnenaufgang kamen, immer höher in die Luft gesteuert. Bis zu 600m ging es in die Luft - ein unvergessliches Erlebnis!
Wenn ihr selbst eine Fahrt buchen wollt, solltet ihr unbedingt darauf achten bei einem seriösen Anbieter zu buchen. Wir hatten nicht im Vorhinein über das Internet gebucht und verdammt Glück am Ende der Hauptsaison noch spontan bei einem Top Ballon-Unternehmen einen Platz zu bekommen. Leider haben wir von vielen anderen mitbekommen, dass sie nicht so viel Glück hatten. Oftmals war der Ballon hemmungslos überbucht oder man wurde der zweiten Tour nach Sonnenaufgang zugeteilt (gleicher Preis aber bei weitem nicht so spektakulär, da kaum noch Ballons in der Luft waren und die Stimmung nicht mehr so schön war). 

Nachdem wir zum Sonnenaufgang die Heißluftballons vom Boden aus betrachtet hatten, ging es am Vormittag meistens auf eine Wandertour durch das anatolische Hinterland. Weit entfernt von jeglichen Touristen ging es zwischen kleinen Tälern, Feen-Kaminen und über Anhöhen durch die wundschöne Natur. Inmitten von Felsen und Höhlen, entlang unseres Wanderwegs, haben wir den Eingang zu einer alten christlichen Kirche vom 8. Jahrhundert n Chr. gefunden. Durch einen kleinen Vorraum ging es in das beeindruckende Hauptschiff - unfassbar, dass wir so ein Bauwerk mitten in der Natur ganz für uns alleine hatten!

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[Nice-to-know]: Im 4. Jahrhundert stand Kappadokien im Mittelpunkt der Christianisierung. Die von den Römern bedrohten Einsiedler bauten klösterlichen Anlagen und über 600 Kirchen in den weichen Tuffstein mitten in die Berge. Frei zugänglich und teilweise mit beeindruckenden Wandmalereien versehen, sind die Kirchen wirklich sehenswert.
Nachdem wir diese Kirchen komplett alleine entdecken konnten, war das von Touristen überrannte „Göreme Open Air Museum“ ein absoluter Witz!

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Standard Touri-Programm in Göreme (1-2 Tage):

  • Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang

  • Quad-Tour oder Pferde-Ritt

  • Teski Kebap Topf essen

  • Zum Sonnenuntergang über den Dächern Göremes am Sunset-Point entspannt

  • ggf. Übernachten in einem Cave-Hotel

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Fortgeschrittenes Programm (6 Tage): Kappadokien entdecken 

Things to Do in Göreme

  • #1: Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang (kosten zw. 140-180€)

  • Durch die Innenstadt schlendern am Nachmittag/Frühabend

  • Wandertour durch Love Valley, White Valley, Schwertertal, Meskendir-Tal und Rose Valley

  • Wandertour nach Uchisar auf die Felsefestung

  • Dolmus-Busfahrt nach Avanos und dort entlang des Flusses laufen und das Städtchen erkunden

  • Wandern von Görme über traumhafte Felsenformationen ins Pasabagi Tal -> kein Weg ausgeschrieben, gutes Orientierungsvermögen notwendig. 

  • Sonnenaufgang und Sonnenuntergang von Sunset Point aus anschauen

  • Besuch der Aynalı (Fırkatan) Felsenkirche - Unbedingt an Stirnlampe oder Taschenlampe denken! 

Where to Eat in Göreme?

  • Viewpoint Cafe/Restaurant

  • Anatolian Kitchen Restaurant

  • Sedef Restaurant - bester Teski Kebap (Kappadokische Spezialität)

Tipps und Tricks

  • [Buchtipp] Tipps von Einheimischen und geheime Wanderrouten in dem Reiseführer: „Türkische Riviera - Kappadokien: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps“ von Michael Bussmann und Gabriele Träger

  • In Avanos gibt es einen guten McDonalds

  • Shuttle Service für die Fahrt zum/vom Flughafen vom Hotel anfragen, viel billiger als Taxi

  • Mit den Menschen reden - Die Einwohner freuen sich über jeden der etwas mehr Interesse an der Stadt hat als nur die Heißluftballons, sie sind immer hilfreich und wahnsinnig freundlich! - viele haben uns auf unseren Wandertouren gefragt ob wir Hilfe, ein Taxi oder Wasser brauchen - „no thank you, we walk/hike voluntarily!“ :)

  • Unterkunft in dem 3-Sterne-Hotel „Peace and Stone House“ - Bequeme Betten, leckeres Frühstück und hilfsbereites Personal

What not to do in Göreme

  • Ins Göreme Open Air Museum gehen (Nur Touristen, absolut überteuert, Nichts spektakuläres)

  • Nach Zelve und vor allem nicht ins Open Air Museum dort

  • Trinkgeld vergessen

  • Mit Englisch kommt man oftmals nicht weit - Mit Händen und Füßen klappt es meistens besser

  • Einen Anfall bekommen und die asiatischen Touristen anschreien

Wir hoffen, dass euch dieser Blogeintrag gefallen hat! 
Für Benny geht es in einer Woche mit seinem Papa nach Mexiko. Die nächste Reise für uns zwei geht dann Anfang Januar nach Prag. Blogeinträge folgen! :)

Liebe Grüße

Leo und Benny 

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Budapest - das Paris von Osteuropa ?!

„Budapest ist das Paris von Osteuropa - das muss man gesehen haben!“ Mit diesem Versprechen buchten wir optimistisch unsere Flüge in Kombination mit einem Aufenthalt in einem 3-Sterne-Hotel für insgesamt 3 Nächte. Natürlich musste das ganze im Juli sein, da es „nichts schöneres gibt wie die Budapester Sommernächte“ (Zitat). Die Erwartungen waren hoch, die Geldbeutel erstaunlich voll und wir absolut bereit vor der anstehenden Klausurenphase Karlsruhe noch einmal für ein paar Tage zu entkommen. 

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Angekommen am Budapester Flughafen erreicht man mit der Buslinie 100E für 2,90€ den Platz Deák Ferenc, welcher genau im Zentrum liegt. Im Allgemeinen kann man die Innenstadt von Budapest sehr gut zu Fuß erkunden. Lediglich für die Fahrt zu unserem Hotel „Benzcur“, dass etwas weiter wem vom Zentrum, nahe am Heldenplatz liegt, haben wir uns ein Metro-Ticket geholt. Für die paar Fahrten war die 10er Karte optimal. Der Metro-Fahrplan ist sehr übersichtlich und es fahren tagsüber regelmäßig Bahnen. Beachte(!): Wir wurden auf jeder einzelnen Fahrt kontrolliert -> unbedingt ein Ticket kaufen!

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Vorschlag für eine entspannte Route bei dem die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen werden können
Der Ausgangspunkt unserer Route ist die Kettenbrücke in der Innenstadt, mit der man die Donau überqueren und zum westlichen Ufer gelangen kann. Am Kreisel nach der Brücke hält man sich schräg links und läuft den Anstieg zum Budapester Palast hoch. Oben kann man sich frei bewegen und hat einen super Ausblick über ganz Budapest. Wer Lust hat kann natürlich auch mit der Burg-Berg-Bahn nach oben fahren. Die 150 Höhenmeter können allerdings locker zu Fuß gelaufen werden. An der Residenz vorbei, führt eine Straße direkt zur Fischerman’s Bastion. Hier hält man sich lieber morgens oder erst wieder gehen Sonnenuntergang auf, da die kleine Burg der Touristen-Hotspot schlecht hin ist. Im Minutentakt kommen hier Reisebusse mit Selfie-Verrückten Menschen an - nichts wie weg! Hinter der Bastian kann man durch die kleinen Gassen runter ans Ufer auf Höhe des Parlaments laufen - ein weiteres Musst-See für jeden Budapest-Aufenthalt. Von dort aus kann man entspannt am Ufer entlang schlendern auf die Brücke zu, die sich links vom Parlament befindet. Über die Brücke gelangt man wieder auf die Ost-Seite, auf der man das Parlaments Viertel erkunden kann. Wer noch Lust hat kann einen Abstecher auf die Margret Island machen, ein Park in dem viele Einheimische entspannen und in dem es eine Wassershow gibt.  

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Für Aktive lohnt sich auch der Weg zur Citadella, die man über die Erzsebet hid erreicht. Über viele Stufen und kleine Wege kämpft man sich hoch auf den Hügel. Der Weg lohnt sich, denn oben wird man mit einer fabelhaften Aussicht belohnt. 

Kurz und knapp:

Must Sees in der Innenstadt

  • Vom Zentrum die Kiraly utca entlang bis auf Höhe des Wombats City Hostel laufen. Rechts gehts dann in ein kleines Viertel mit Bar an Bar - super um Abends etwas Trinken zu gehen

  • Abends ist allgemein viel los auf der Kiraly utca, auch wenn man nicht trinken oder feiern gehen will, sollte man sich den Trubel abends mal angesehen haben

  • Auch sehr entspannt ist die Bar „Pontoon“ direkt unter der Kettenbrücke, das ganze Ufer ist voll von fröhlichen Menschen die entspannt ein Bierchen trinken und sich mit Freunden treffen. Neben Live-Musik kann man die herrliche Aussicht auf die Kettenbrücke und den Palast genießen

  • Von der Metrostation „Oktogon“ aus einfach die Andrassy utca entlang laufen bis zum Heldenplatz. Neben dem Helden-Platz eignen sich die Wohnviertel super für einen schönen Spaziergang.

  • Das jüdisches Viertel mit Szimpla Kert (Budapest, Kazinczy u. 18, 1075 Hungary) - Sonntag morgens ist dort ein wunderschöner Markt!! 

Essen und Trinken 

  • „Kuplung“, einheimische Bar mit guten Essen (Budapest, Király u. 46, 1061 Hungary)

  • The Donut Library für leckeren Kaffee und Donut, in der Stadt verteilt (Kette)

  • Karavan Streetfood Market, große Auswahl (Budapest, Kazinczy u. 18, 1075 Hungary)

  • Burgerkette „Zing Burger“, super leckere Burger

  • Nettes Frühstückscafe „Kuglof“ in der Piarista köz 

Wir hoffen, dass euch der Blogeintrag gefallen hat und das euch der ein oder andere Tipp beim nächsten Budapest Aufenthalt helfen wird. Wenn ihr noch Tipps und Anmerkungen habt - schreib ein Kommentar oder schickt uns eine Nachricht, wir nehmen die Tipps gerne mit in die Liste auf.

In den kommenden Wochen versuchen wir auch den Blogeintrag von unserer Reise in die Türkei zu schreiben - neben dem Studium ist es leider gar nicht so einfach Zeit zu finden. 

Bis zum nächsten Mal!

Leonie und Benedikt 

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