Woche 10: Monument Valley - Utahs Mighty Five - Lake Tahoe

Unsere Woche startete unweit des Horseshoe Bends mit einem Besuch des Antelope Canyon. Einzigartig macht den sehr schmalen Canyon seine geschwungenen, vom Wasser geformten Sandstrukturen. Da wir wie immer keine Reservierung hatten, sind wir morgens um halb 8 Uhr zu einem Tourenanbieter gefahren und haben glücklicherweise freie Plätze für die erste Tour um 8:00 Uhr bekommen. Der Antelope Canyon befindet sich in Navajo-Gebiet - zum Preis der Führung kommt also nochmals eine Gebühr von den Navajos hinzu. Einziger Vorteil der Zusatzabgabe war, dass die Tourguides heimische Navajos waren und uns nebenher viel zu dem Canyon und ihrer Kultur erzählt haben.

Nach der zweistündigen Führung ging es auf zu unserem Wochenziel: Utahs „Mighty Five“. Auf dem Weg nach Utah legten wir noch einen Zwischenstop in dem aus vielen Western-Filmen bekannten Monument Valley ein. Leider ist auch das Valley Navajo Gebiet und so mussten wir zum zweiten Mal an diesem Tag die Navajo-Gebühr zahlen. Die in der Landschaft willkürlich platzierten, überdimensionalen Felsbrocken sind mehr als sehenswert. Nach einem halben Tag, inklusive zweier kleinerer Wanderungen, hat man aber alles gesehen. Da die Strecke zum Arches Nationalpark für den Abend zu lang war, entschieden wir uns die Nacht im Monument Valley zu verbringen und am nächsten Morgen loszufahren. Selbst die einfachsten Campingplätze im und ums Valley herum waren mit 40$+ aber dermaßen überteuert, dass wir am Ende auf einem Trucker-Parkplatz einen Schlafplatz gefunden hatten.

Mit den ersten Sonnenstrahlen ging es am Dienstag zum ersten der „Mighty Five“: Arches Nationalpark. Im Gegensatz zu den meisten Erzählungen fanden wir den Arches Nationalpark, der zwar über mehrere hundert Felsbögen (die sogenannten Arches) verfügt, nicht wirklich beeindruckend. Über eine überfüllte Hauptstraße waren alle Sehenswürdigkeiten miteinander verbunden und samt kleiner Hikingtrails bis zum Mittag abgeklappert. Sehr gelegen kam uns, dass der Park aufgrund von Bauarbeiten um 19:00 Uhr abends schließt und wir somit einen weiteren Grund hatten zum nächsten Nationalpark zu fahren. Der Canyonlands Nationalpark liegt etwa zwei Fahrstunden entfernt und so trafen wir am frühen Nachmittag gerade noch rechtzeitig ein, um den letzten der insgesamt 12 Campingplätze im Nationalpark zu ergattern. Besonderes Highlight des Canyonland Nationalparks ist die Mesa Arch, die gerade zum Sonnenaufgang wunderschön aussieht.

Nachdem wir am nächsten Morgen wieder früh wach waren, ging es über den Capitol Reef NP (sehr klein, reicht vollkommen als Zwischenhalt) zum Bryce Canyon Nationalpark - dieser Park verdient die Bezeichnung „Nationalpark“ mal wirklich! Die unzähligen weiß-rot gefärbten und vom sauren Regen, dem Schnee sowie dem Wind geformten Felsnadeln waren atemberaubend. Auch das Hiking-Angebot mit dem Rim-Trail oder auch dem Under-the-rim-trail und vielen Aussichtspunkten kann sich sehen lassen.

Insgesamt drei Nächte verbrachten wir im Bryce Canyon NP um die gesamte Natur aufzunehmen, bevor wir am Samstag zum Zion Nationalpark fuhren. Da wir die Woche des öfteren sehr früh aufgestanden waren, blieben wir solange im Zelt liegen bis uns zu warm wurde. Der Weg zum Zion NP beträgt nur 1.5h, sodass wir uns das Ausschlafen ruhig mal gönnen konnten. Bis jetzt hielt unsere Glückssträhne an, da wir ohne jegliche Reservierung bei jedem einzelnem Campground immer noch einen Zeltplatz ergattern konnten. Obwohl auch am Campground im Zion NP ein großes Schild mit „Campground FULL“ hing, fragten wir nichtsdestotrotz nach, und erhielten auch hier einen gemütlichen Platz für den Abend. Da in der Gegend, vor allem Nachmittag, starke Gewitter mit Blitz und Donner auftreten können, entschieden wir uns für eine nicht allzu lange Wanderung am Fluß entlang, bei der man eine atemberaubende Aussicht auf das schöne Tal in mitten des NPs hat.

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Am Anfang unserer Reise gab es einige Planänderungen, wie auf jeder Reise, sodass unsere ursprüngliche Idee das Auto in Kalifornien zu verkaufen, leider ins Wasser fiel. Die Regelungen und Gesetze wurden in den letzten Jahren verstärkt, sodass der Verkauf eines importieren Autos in den USA nur sehr schwer möglich ist. Da wir auf unserer Reise keinerlei Verpflichtungen hatten, gestalteten wir diese von einem One-Way von Vancouver nach Los Angeles, zu einer Rundreise wieder hoch nach Vancouver um. Dort werden wir unseren Dino wieder verkaufen, da dies genau so einfach sein soll wie der Kauf eines Autos. Um in den nächsten zwei Wochen also wieder nach Vancouver zu kommen, geht es für uns nun wieder Richtung Norden. Somit ist unser Ziel nach den Nationalparks in Utah, der berüchtigte Lake Tahoe in Kalifornien. Den gesamten Sonntag verbrachten wir dementsprechend auf der Straße, um die Strecke von über 1.000km hinter uns zu bringen. Auf unserem Weg fuhren wir u.A. den „Extraterrestrischen Highway“ entlang, der sich in der Nähe zur Area 51 befindet, doch leider konnten wir weder Aliens noch Ufos sehen. Mit unser anhaltenden Glückssträhne ergatternden wir um 20:00 Uhr Abends direkt am Lake Tahoe wieder einen traumhaften Campingplatz, von welchem aus wir die Gegend in den nächsten Tagen näher erkunden werden. 

Unser nächstes Ziel im Norden wird der Crater Lake NP sein, den wir auf unserem Runterweg ausgelassen haben. Und weil die Küste Oregons uns so gefallen hat, werden wir dort auch nochmal vorbei schauen. In 3 Wochen geht wieder der Flieger nach Frankfurt, sodass wir die nächsten Tage im Vollen und Ganzen genießen werden. 

Tage unterwegs: 70
Kilometer zurückgelegt: 16854
Fast Food Mahlzeiten: 44
Foto Counter: 13966
Wildlife Counter: 61
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 31
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 22