Woche 9: Yosemite NP - Alabama Hills - Las Vegas - Valley of Fire - Grand Canyon NP

Unsere Etappe zum Yosemite Nationalpark fing früh morgens um 4:30 Uhr mit dem Weckerklingeln an, denn laut unserem Reiseführer sollte man bis spätestens 8 Uhr morgens im Yosemite NP sein, um die Chance auf einen First-Come-First-Serve Campingplatz zu haben. Nach 4-stündiger Fahrt schafften wir es dann mit Ach und Krach einen der letzten freien Plätze auf einem Campground etwas außerhalb des Valleys ergattern. Damit hatten wir ausgesprochen Glück, da an den kommenden Tagen Leute bereits um 4:00 Uhr morgens nach freien Plätzen suchten. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, fuhren wir ins Valley und erkundeten die Gegend mit Wanderungen unter anderem an den Mirror Lake. Abends fuhren wir hoch an den Glacier Point, da man von dort aus die beste Aussicht für den Sonnenuntergang hat. Auf dem Parkplatz kochten wir uns Tofu-Thai-Curry, das von einer asiatischen Omi als gut riechende „Hühnchen-Suppe“ komplimentiert wurde. 

 The famous Half Dome

The famous Half Dome

 Making-Of vom Glacier Point

Making-Of vom Glacier Point

 Glacier Point

Glacier Point

Da der erste Tag im Park sehr früh für uns angefangen hatte, freuten wir uns abends auf eine erholsame Nacht - daraus wurde jedoch nichts. Mitten in der Nacht wurden wir von Schreien „Go away Bear“ und mehreren Schüssen ruckartig aus dem Schlaf gerissen. Etwas verängstigt konnten wir etwas später wieder einschlafen, doch entspannend war die Nacht nicht. Dafür wurden wir gleich am nächsten Morgen über die nächtlichen Ereignisse von einer „Bear Chaserin“ informiert. Demnach hauste schon seit einigen Tagen ein abgemagerter, junger Bär auf dem Campinglatz auf der Suche nach Essen. Die Aufgabe der „Bear Chaser“ ist es, dem Bären seinen Aufenthalt am Campingplatz so unangenehm wie möglich zu gestalten, herumliegendes Essen zu verräumen und durch lautes Rufen und mit Schüssen aus Paintball-Waffen den Bären zu vertreiben. Auch in den folgenden Nächten wurde unsere nächtliche Ruhe von immer mehr Schüssen und immer lauterem Geschrei gestört, da die Verzweiflung des Bären auf der Suche nach Essen stetig wuchs und die Gegenwehr der Ranger entsprechend größer wurde. Ziel der Ranger ist es, dass der Aufwand für den Bären so groß wird, dass er von alleine irgendwo anders nach Nahrung sucht. Obwohl wir bis jetzt schon viel mit Bären konfrontiert wurden, war dies bis jetzt das eindrücklichste Erlebnis. 

Trotz der nächtlichen Ruhestörung standen wir am Montag morgen zum Sonnenaufgang auf, um am Tunnelview den „El Capitan“, den Manche sicher von ihrem Mac Hintergrund kennen, zu bestaunen. Die frühen Morgenstunden nutzen wir für eine Wanderungen an die Nevada Falls, welche mit 11km mit die schönste aber auch anstrengte Wanderung war. Das frühe Aufstehen zeichnete sich aus, denn auf dem Weg runter waren schon viel zu viele Touristen unterwegs und man wurde auf den schmalen Wanderwegen regelrecht runter bzw. raufgeschoben. 

 Top of Nevada Falls

Top of Nevada Falls

Die umfangreichen Ranger-Führungen, die darüber hinaus noch umsonst sind, nutzen wir am Dienstag sehr intensiv. Mittags nahmen wir an einer interessanten Geologie Wanderung zum Sentinnel Dome, bei welcher die Entstehung und das Gestein des YNP ausführlich erklärt wurde, teil. Am Abend fuhren wir nochmals auf den Glacier Point, wo wir einem Vortrag von Ranger Dave zum Sonnenuntergang zuhörten und anschließend von Ranger Jacob einige Erläuterungen zu dem Sternenhimmel, der zu dem Zeitpunkt klar über uns zu sehen war, erhielten. Der YNP wird richtig gehypt und überall als absolutes Muss empfohlen. Wir sagen: Unsere Erwartungen wurde übertroffen - die Natur ist dort atemberaubend und der Park trotz der Besuchermassen super gestaltet und organisiert, er gehört definitiv zu den Top 3 Nationalparks unserer Reise. 

Mittwoch früh ließen wir Yosemite schweren Herzens hinter uns und machten uns auf in Richtung Alabama Hills. Auf unserem Weg dorthin legten wir einen Stop im Bodie State Historic Parc ein, eine ehemalige Goldrausch-Stadt von 1894, die mittlerweile komplett verlassen ist und als Geisterstadt (seit 1962) ausgestellt wird. Abends erreichten wir die in vielen Filmen (bspw. Iron Man) zu sehenden Alabama Hills in deren Hintergrund sich die Eastern Sierras abzeichnen.

 Möbius Arch in den Alabama Hills

Möbius Arch in den Alabama Hills

Am nächsten Tag machten wir uns früh auf, da man an unserem nächsten Zwischen-Ziel nicht viel später als 11:00 Uhr Mittags sein möchte: Death Valley. Um 8:30 Uhr morgens wurden uns bereits 38°C Außentemperatur angezeigt und nach 10:00 Uhr wurde ausdrücklich von jeglichen Wanderungen abgeraten. Auf unserem Weg durch das Tal des Todes machten wir an ein paar Aussichtspunkten halt, u.A. Badwater Basin oder dem Zabriskie Point, doch an eine größere Tour war nicht zu denken. 3 Stunden später und mit jeweils 4 Liter Wasser intus fuhren wir komplett durchgegart bei 44°C praller Sonne aus der Wüste raus. 

Unser endgültiges Ziel für den Abend war die berüchtigte Zockerstadt Las Vegas. Wir hatten das Glück noch ein privates Zimmer im „Hostel Cat“ zu bekommen, in dem einige Szenen aus dem ersten Hannover Film gedreht wurden. Das Hostel lag am Ende des Las Vegas „Strips“, an welchem alle großen Hotels und Casinos liegen. Nachdem unsere letzte Dusche wieder knapp eine Woche her war, frischten wir uns im Hostel auf und nahmen den Strip bei fast angenehmen 35°C in Angriff. Am eindrucksvollsten waren für uns der Cesar Palace und das Belaggio Hotel, in welchen wir uns beide erstmal verliefen. Danach passten wir uns der Menschenmassen in der Innenstadt an, holten uns eiskaltes Bier und genoßen die Atmosphäre und den Flair der Stadt. Erst um 21:30 Uhr kamen wir wieder im Hostel an und hatten genau 30 Minuten Zeit, bevor das Abendprogramm losging. In einer halben Stunde mussten wir uns richten und auf den Alkoholpegel der anderen Hostelgäste kommen, die uns reichlich mit Punsch und Bier versorgten. Dann ging es in einem riesen Van mit ca. 14 Personen zu unserem ersten Halt an dem Abend, dem „Saphire“. Das „Saphire“ ist der weltweit größte Topless Stripclub in dem nicht nur Frauen, sondern auf Männer tanzen. Zum Einklang in den Abend bekamen wir Las Vegas pur ab und schon ging es weiter in eine der angesagtesten Bars der Stadt. Im „Golden Spike“ wurde der Einlass zwar streng kontrolliert, doch nur um im Innen die coolste Party der Stadt mitzuerleben. Neben Live-Karaoke und einer rieisigen Tanzfläche, wurde im Außenbereich Giant-Beer-Pong sowie Twister und auch riesen Schach angeboten - und da für 10 Dollar für einen Bier-Pitcher! Nachdem wir dort alle Spiele und mehrere Pitcher geleert hatten, kamen wir um 3:00 Uhr nachts auf die brillante Idee ins Casino zu gehen. Natürlich hat die Slot-Maschine unsere Dollarnoten gefressen, nichtsdestotrotz haben wir in Las Vegas um Geld gespielt, was bei einem Besuch absolut nicht fehlen darf. Zwischenzeitlich waren nur noch die Neuseeländer von den anderen Hostelgästen übrig, und mit denen haben wir besonders gut verstanden. Wie bei einer klassischen Las Vegas Story, verloren wir einen von ihnen plötzlich, der nur kurz auf Klo wollte. Nach etliche Anrufen und einigem Suchen waren wir wieder vollständig und torkelten in Richtung Hostel. Dort abgekommen um ca. 6:00 Uhr genossen wir noch ein kaltes Bier zum Sonnenaufgang, bevor wir komplett erledigt und glücklich um 7:00 Uhr ins Bett fielen. 

Am nächsten Morgen ging es leider viel zu früh los. 11:00 Uhr ist eine ziemlich inhumane Checkout-Zeit in Las Vegas. Somit waren wir aber zeitig auf der Straße und steuerten unser nächsten großes Ziel, den Gran Canyon an. Auf dem Weg dorthin verbrachten wir noch eine Nacht im Valley of Fire, das berechtigterweise seinen Namen trägt. Tagsüber lagen wir bei 47°C im Schatten und dösten vor uns hin, um abends bei „abgekühlten“ 40°C ein paart Besichtigungen zu machen. Wir hatten leider auch keine kalten Getränke mehr und die Duschen am Campingplatz ließen nur lauwarmes Wasser raus, sodass bei einer nächtlichen Temperatur von 39°C das Einschlafen eine absolute Qual war. Vor Erschöpfung fanden wir beide kurzzeitig Schlaf, doch um 5:00 Uhr war es bereits wieder so warm, dass wir unsere Sachen packten und weiter fuhren.

 Valley of Fire

Valley of Fire

 Hoover Dam

Hoover Dam

Über den Hoover Dam gelangten wir zu unserem Endziel dem Grand Canyon NP, der zum Glück bewölkt war und angenehme 25°C hatte. Den Sonnenuntergang nahmen wir noch mit, doch an dem Abend waren wir beide so erschöpft, dass wir früh ins Bett gingen und erstmal ausschliefen. Am nächsten Tag spazierten wir am Rim Trail des Grand Canyon entlang und genossen die Aussicht bevor es mittags weiter in Richtung Horseshoe Bend ging. Der Sonnenuntergang dort war wunderschön und toller Abschluss für die Woche!

 Grand Canyon

Grand Canyon

 Grand Canyon

Grand Canyon

 Horseshoe Bend

Horseshoe Bend

In der folgenden Woche möchten wir die „Mighty 5 Nationalparks“ in Utah in Angriff nehmen und damit die östlichsten Ziele unserer Reise erreichen. 

Tage unterwegs: 63
Kilometer zurückgelegt: 13560
Fast Food Mahlzeiten: 39
Foto Counter: 11510
Wildlife Counter: 59
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 37
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 24