Woche 6: Redwood Forest National State Park - Santa Rosa - San Francisco

Am ersten Abend dieser Woche ging es für uns zu einem richtigen Backcountry Campground. Dafür mussten wir uns zuerst beim zuständigen Ranger eine Camping-Erlaubnis holen, sowie unsere Notfall-Kontaktdaten hinterlassen. Danach ging es für uns ans Rucksack packen, denn wir mussten alles was wir brauchen mitnehmen. Wegen der hohe Kriminalität (selbst im etwas entlegenen Redwood National and State Park) mussten wir zudem alle Wertsachen und somit auch Laptop, Kameras und Stativ mitschleppen. Mit einem stolzen Gewicht auf dem Rücken ging es dann 2 1/2 Stunden insgesamt 9km durch den Redwood Forest bis wir unseren Campingplatz direkt am Meer erreichten. Jedoch wurden unseren Mühen leider nicht belohnt. Typisch für die Gegend war es sehr neblig und regnerisch, dementsprechend auch kühl. Um uns aufzuwärmen gingen wir kurzum am Strand Treibholz sammeln, anschließend schrieben wir am Blog weiter.

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Da das Wetter am nächsten Tag auch nicht besser war, ging es für uns frühmorgens wieder zurück und mit dem Auto weiter nach Süden. Zuerst den Highway No. 101 entlang und dann die unzähligen Serpentinen des Highway No. 1, der direkt an der Küste verläuft, hinunter. Am Meer war es zwar deutlich windiger, aber dank strahlend blauem Himmel, auch deutlich wärmer und so starteten wir unseren Mittwoch morgen mit einer Runde Yoga direkt am Strand, unweit unseres Campingplatzes. Bevor es für uns nach San Francisco ging, legten wir noch einen Zwischenstopp bei Bonnie's Bruder Ken in Santa Rosa ein. Bei ihm konnten wir freundlicherweise für eine Nacht bleiben, unsere Sachen waschen und einen Late-Night-Frozen-Yoghurt genießen, bevor es am nächsten Tag an die "City of the Bay" ging. In Santa Rosa mussten wir zudem noch einen Boxen-Stop mit unserem Dino einlegen. Durch die vielen Kilometer und viele Berg auf - Berg ab - Fahrten mussten ein Teil unserer Bremsbeläge erneuert werden. Zum Glück konnte die Reparatur innerhalb von 2 Stunden erledigt werden und seitdem läuft der gute Dino reibungslos. 

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Etwas außerhalb von San Francisco konnten wir auf einem der wenigen First-Come-First-Serve Campgrounds einen der letzten freien Zeltplätze ergattern. Der Campingplatz im Mount Tamalpais State Park liegt nur unweit der Golden Gate Bridge und war damit der perfekte Ausgangspunkt für unseren Aufenthalt in San Francisco. Um einen wunderbaren Blick auf die Golden Gate Bridge und die dahinterliegende Stadt zu ergattern ging es zu den Marin Headlands. Nachdem wir 10 Minuten bei schöner Sonne den Ausblick genießen konnten, schob sich eine dicke Nebelwand über das Wahrzeichen der Stadt, die dort auch erstmal blieb. Im dichten Nebel fuhren wir stadteinwärts um die Insel Alcatraz, Chinatown, Fishermans Wharf, die Cable-Car-Bahn und andere Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Wie in vielen amerikanischen Großstädten ist die Kriminalitätsrate in "Downtown" recht hoch. Auch wenn wir unsere Wertsachen stets mit uns nehmen, unsere Schlafsäcke, Klamotten, Konserven und unzähliges weiteres Equipment müssen wir im Auto lassen, was gerade für einen Obdachlosen die perfekte Ausrüstung darstellt. Dass unsere Angst nicht unbegründet war zeigte sich am zweiten Tag. Am frühen Abend wurde an einer viel-befahrenen Straße, an der wir unser Auto vermeintlich sicher abgestellt hatten, die Scheibe des Autos direkt neben uns eingeschlagen. 

Die Stadt ist aufgeteilt in einige Viertel, die im Gegensatz zu anderen amerikanischen Großstädten gut zu Fuß zu erkunden sind. Direkt neben dem prachtvollen und teuren Bankenviertel um den Union Square rum, liegt das "Tender Loin". So wird der Abschnitt ein paar Querstraßen weiter genannt, an dem sich sehr viele drogenabhängige und obdachlose Menschen aufhalten. In dem Castro Viertel wurde genau an dem Wochenende "Gay Pride" mit einer großen Parade gefeiert, bei der verkleidete und freizügige Menschen in Regenbogenfarben durch die Straßen ziehen und ihre Offenheit für Homosexuelalität demonstrieren. Im Allgemeinen haben wir die gesamte Stadt als sehr offenherzig mit vielen netten Leuten wahrgenommen.

Am Sonntag ging es weiter Richtung Süden um zu unserem Tagesziel Big Sur zu gelangen. Nach einem kurzen Stopp in Santa Cruz und leckeren Burgern bei "Five Guys" fuhren wir in den Pfeiffer-Big Sur State Park, in welchem wir nicht nur einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, sondern auch die Milchstraße in voller Pracht sehen konnten! Durch die dünne Besiedlung in diesem Teil Kaliforniens ist Lichtverschmutzung bei Nacht sehr gering sodass unfassbar viele Sterne sichtbar sind!

Die kommende Woche werden wir weiter den Highway No. 1 zuerst nach Los Angeles und dann zu unserem südlichsten Ziel, San Diego, weiterfahren, bevor es in die bekannten National Parks Kaliforniens geht. Wir freuen uns wenn ihr unsere Blog gelesen habt/weiterhin lest! Für Tipps und Anregungen zu Zielen, Restaurants, Partys und weiterem sind wir immer dankbar! 

Tage unterwegs: 42
Kilometer zurückgelegt: 8608
Gefahrene Stunden im Auto: 97
Fast Food Mahlzeiten: 19
Foto Counter: 6632
Wildlife Counter: 36
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 19
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 13