Woche 4: Yoho - Vancouver - Washington - Portland

Montag morgen ging es wieder früh los, die Nacht haben wir wieder in einem unserer ersten Camping Plätze, dem Monarch Campground, verbracht. In der Hoffnung, dass mittlerweile mehr Wander-Trails vom Eis befreit waren, gingen wir wieder zur Touri-Info in Field. Die meisten Trails waren leider weiterhin von starker Lawinengefahr geprägt, sodass wir zwar noch eine kleine Wanderung machten, uns jedoch dann entschlossen die Rockie Mountains hinter uns zu lassen und in Richtung Vancouver zu fahren. 

Die Zeit inden Rockies war ein absoluter Traum! Die Berge, Täler und die restliche Natur ist wirklich so beeindruckend wie überall erzählt wird! Man muss sich jedoch bewusst machen, dass man gerade beim Zelten stark vom Wetter und der Temperatur abhängig ist. Leider zog sich der Winter dieses Jahr etwas länger, doch als Entschädigung für die kalten Nächte konnten wir ein paar Schneewanderungen mitnehmen und die Vielfalt des Landes besser wahrnehmen.

 Campground in der Nähe von Kamloops

Campground in der Nähe von Kamloops

Unsere Reise ging dieses Mal über Kamloops, dass wir noch am gleichen Abend bei 24°C spät abends erreichten und einen wunderschönen Sonnenuntergang auf unserem Camping Platz direkt am See erleben durften. Die Landschaft hat sich innerhalb der 5 Stunden Autofahrt von bergig und stark bewaldet, hin zu einer flachen, dürren Landschaft verändert. Das eher dürre Land zwischen den Rockies und dem Pazifik ist sehr schwach besiedelt. Am nächsten morgen ging es über Whistler, einer bekannten Ski-Region, weiter nach Vancouver City. Die ausgeschilderten Campingplätze in der Nähe der Innenstadt waren entweder mehr als eine Dreiviertel Stunde stadtauswärts platziert oder sündhaft teuer. Eigentlich hatten wir ein paar Tage in Vancouver zu bleiben, doch wir entscheiden uns, für eine Nacht einen zentralen, teuren Campingplatz zu beziehen und anschließend direkt in die USA weiter zu fahren. Das Campingplatz bot zwar für 51 CAD die Nacht heiße Duschen und WLAN, jedoch lagen wir die Nacht auf einem steinigen Boden direkt unter der stark befahren Lion Gate Bridge - schlimmster Campground bis jetzt.

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 Vancouver Skyline

Vancouver Skyline

Nach einer schlaflosen Nacht ging es dann früh los, denn an diesem Tag hatten wir großes vor: die Einreise in die USA. Zuerst ging es noch zu Walmart, um fehlendes Equipment und Konserven zu kaufen. Durch den Dollar-Kurs ist Kanada zur Zeit einiges günstiger als die USA. Da der gute Dino doch einiges mitgemacht hat, wurde dieser noch gründlich gereinigt und gepflegt, sodass die US Boarder Control keinen Grund hat, uns nicht in ihr Land zu lassen. Geputzt und aufgeräumt wagten wir uns in Richtung Kanada-USA Grenze. Die Zufahrt zur Grenze war schon einschüchternd - überall standen Polizisten und Kameras. Sicherheitshalber hatten wir unsere Taschenmesser nicht sichtbar im Koffer versteckt, was aber ziemlich nutzlos war, da man zuerst mit dem gesamten Auto durch einen Scanner fährt. Der erste Kontrolleur nahm wortlos unsere Pässe entgegen und verwies uns mit einem orangenen Laufzettel auf den nächsten Parkplatz. Dort warteten direkt zwei bewaffnete Kontrolleure auf uns, die uns zu unserer Verwunderung und zu unserem Erfreuen in deutsch darauf hinwiesen, dass wir als nächstes das Auto abzustellen sollen und uns in das Office begeben sollen, um den Stempel für unseren Reisepass abzuholen. Im Office wurden wir einem grimmig-schauenden Kontrolleur zugeteilt, der sofort mit der inquisitorischen Befragung loslegte. Der Kontrolleur schaffte es einem durchgehend das Gefühl zu geben die falsche Antwort zu sagen während er Fragen nach unseren Reiseziel, Kreditkartenlimits und Kontoständen stellte. Nach schrecklichen 10 Minuten Befragung waren wir deutlich eingeschüchtert und verunsichert, doch anscheinend haben wir doch nicht ganz falsche Antworten abgeliefert, da wir den Stempel in unser Pass bekommen haben! Die letzte Frage war dann noch, ob wir Obst und Gemüse bei uns haben. Etwas verunsichert zählten genau auf was wir dabei hatten: Eine Zucchini, zwei Paprika, eine Gurke, ein Apfel und eine….. NEIN zwei Bananen!! Selbst der Kontrolleur musste bei der Antwort etwas schmunzeln, soweit er dazu fähig ist einen freundlichen Ausdruck von sich zu geben, und wir durften endlich über die Grenze fahren. 

Erleichtert fuhren wir auf die amerikanische Autobahn, die mit der Geschwindigkeit 70 begrenzt war. Die Kanadier haben sich zum Glück dem metrischen System angepasst, sodass wir es auf den ersten Blick als 70 kmh wahrgenommen haben. Nach 5 Minuten merken wir aber, dass irgendwas nicht stimmt - jeder überholte uns! Also fuhren wir etwas schneller, aber selbst mit 30 kmh über dem Limit waren alle noch schneller! Die amerikanischen Polizisten sind nicht dafür bekannt, dass sie freundlich mit Rasern umgehen, und wir wollten unsere Einreiseerlaubnis nicht gleich wieder aufs Spiel setzen. Doch dann viel endlich der Groschen: Die Amis benutzen die Einheit Miles per Hour, die mit 70 circa 120 kmh entspricht.. Wir konnten nicht anders als laut loszulachen und damit viel auch jegliche Anspannung von uns ab. Gut gelaunt und bei tollem Wetter fuhren wir die Highway 5 runter Richtung Seattle, wo wir zuerst in einen Stau kamen, doch da wir nicht in die Stadtmitte wollten, kamen wir da schnell wieder raus. Für den Abend hatten wir uns die Westküste von Washington vorgenommen, die in manchen Teilen einem Urwald ähneln. Es ist wirklich erstaunlich, was für Landschaft-Wechsel wir allein in den letzten 4 Wochen mitbekommen haben - und jetzt noch ein Urwald! Direkt an der Küste, wo sogar Wale zu dem Zeitpunkt gesichtet werden konnten, bauten wir unser Zelt für den Abend auf und genossen im salzigen Meerwind unser Abendessen. 

 Erster Abend an der Küste

Erster Abend an der Küste

Am nächsten Morgen regnete es aus allen Kübeln! Wir trugen das Zelt unter das Vordach des Toilettenhauses und bauten es im Trockenen ab. Weiter ging die Fahrt entlang der Küste in Washington, die leider nicht wirklich viel zu bieten hat. Die Städte sind sehr klein und die Armut der Menschen dort ist deutlich erkennbar, sodass wir ohne großartige Zwischenhalte am Meer entlang den Highway 101 runter fuhren. Bei der Grenze zu Oregon, an der das kleine Städtchen Astoria liegt, hielt wir für ein kurzes Mittagessen bevor es dann weiter Richtung Portland ging.

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Das Ziel für den Abend war der berühmte Cannon Beach. In einem nahegelegenen Campground bauten wir unser Zelt für den Abend auf und gingen für den Sonnenuntergang zum Haystack Rock. An dem Abend fing es gewaltig an zu regnen, sodass man sogar kurzzeitig nicht weiterfahren konnte! Hat Wetter hielt die gesamte Nacht lang an, am nächsten Tag war es auch nicht besser. Völlig durchnässt schmissen wir unsere Sachen ins Auto und fuhren zur nächstgelegnen Shopping Mall bevor es wir abends zu unserer Freundin Bonnie und ihrem Mann Greg ging. Bonnie lebt mit ihrer Familie direkt in Portland und hat zum Glück ein großzügiges Gästezimmer in dem wir die nachfolgenden Tage unterkommen konnten. Bis einschließlich zum Wochenende verbrachten wir unsere Zeit damit uns zu erholen, unsere Wäsche zu waschen und zu trocknen sowie mit Bonnie und ihrer Familie Portland zu erkunden und u. A. zum Roosevelt Festival zu gehen. 

Tage unterwegs: 28
Kilometer zurückgelegt: 6134
Gefahrene Stunden im Auto: 71
Fast Food Mahlzeiten: 14
Foto Counter: 4712
Wildlife Counter: 33
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 17
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 10

 Cannon Beach

Cannon Beach