Woche 2: Yoho - Banff - Jasper

Die folgenden Nächte haben wir weiterhin in Field (Yoho National Park) verbracht, da die Campgrounds in der Nähe von Lake Louise und Banff noch geschlossen waren. Montag wurde das Wetter mit Temperaturen bis zu 25°C schlagartig besser. Das Wetter haben wir sofort genutzt, um eine Wanderung zu den wunderschönen Wappta Falls zu unternehmen und um etwas Sonne aufzunehmen. Nichtsdestotrotz fielen die Temperaturen in der der Nacht wieder auf 2°C. Um das zu überstehen haben wir unsere Schlafsäcke zu einem großen Schlafsack verbunden, in der Hoffnung, dass uns die gegenseitige Nähe warm halten kann. Wir froren etwas weniger, doch eine langfristige Lösung stellte das sicher nicht dar. Dienstag morgen ging es früh los (5:00 Uhr), um den Sonnenaufgang am Lake Louise zu sehen. Dieser war noch komplett vereist und überall lag Schnee, doch der Anblick war es absolut wert.

 Lake Louise

Lake Louise

 Lake Moraine

Lake Moraine

Zu unserem Glück wurde der Zugang zum Lake Moraine genau an diesem Morgen geöffnet, sodass wir uns den bekanntesten See der Canadian Rockies genauer anschauen konnten. Nachmittags unternahmen wir noch eine abenteuerliche Wanderung durch kniehohen Schneematsch der trotz 20°C noch überall lag. Abends entschlossen wir uns im Auto zu schaffen, da wir von einem anderen Camping-Pärchen erfahren haben, dass das super funktionieren soll. Nachdem wir beide wieder am nächsten Morgen zitternd aufgewacht sind haben wir letztendlich den Entschluss gefasst, dass wir uns neue Schlafsäcke besorgen werden. Somit fuhren wir Mittwoch in die nächst gelegene Stadt, Banff („nur“ 60km entfernt), und haben uns nach einer super Beratung für zwei North Face Schlafsäcke entschieden, in welchen wir bis zu -9°C angenehm schlafen können. Nachdem das Problem beseitigt hatten, kam direkt das nächste auf uns zu: ein so heftiger Schneesturm, den man in den letzten Jahren so nicht in Deutschland mitbekommen hat. Wir haben es gerade noch ohne Ketten nach Lake Louise geschafft, bevor die Straßen gesperrt wurden.

Somit verbracht wir den Nachmittag im gemütlich warmen Touri-Center. Solche plötzlichen Wetterwechsel sind ganz normal und werden von den Einheimischen nur als „typical Rocky Weather“ abgetan. Bis zum Abend hatte sich der Schnee in Regen verwandelt und wir konnten unsere geplant Tour entlang des Icefield Parkway zu unserem geplanten Campground für die Nacht aufmachen. Auf halben Wege brach wieder ein Schneesturm über uns ein und unser angepeilter Campground war nicht einmal zugänglich vor lauter Schnee. Etwas verzweifelt stellten wir fest, dass wir mit dem halb-vollen Tank nicht mehr zurück nach Lake Louise schaffen, als gab es nur eins: Weiterfahren.

Mitten Inder Nacht im Jasper National Park angekommen, hatte dort sogar noch ein Campground offen und eine freundliche Dame hat uns sofort ein Stellplatz zugeteilt. Komplett erschöpft und glücklich bezogen wir unseren schneefreien Camping Platz im Wapiti Campground und schliefen unsere erste Nacht ohne zu frieren durch. Nach fast einer Woche hatten wir zudem noch den Luxus eine richtige Dusche zu nehmen!Auch wenn das Wasser kalt war, war diese Dusche befreiend. Das Wetter um Jasper herum war wieder wechselhaft, sodass unsere geplante Wanderung am Lake Maligne leider ins Wasser fiel. Doch der Ausblick war so schön, dass wir uns dort noch was kochten und den Sonnenuntergang genossen.

 Maligne Lake

Maligne Lake

Seit wir die neuen Schlafsäcke haben, schlafen wir jede Nacht problemlos durch und keiner muss mehr frieren. Merke: Das richtige Equipment ist das A und O. Freitag zeigte die Sonne sich schon mehr und wir machten die Wanderung entlang des Maligne Canyon über alle sechs Brücken. Dieser ist der tiefsten Canyon der Canadian Rockies und hat eine grünliche Farbe aufgrund des „rock flours“, dass von den Steinen ausgewaschen wird. Am Abend entschieden wir uns für eine Yoga Session am Pyramid Beach, bei der spontan ein kleiner Junge und eine nette Asiatin mit eingestiegen sind. Die Kanadier empfinden wir als sehr offenes Volk, die jeder hilfsbereit und freundlich sind.

 Pyramid Lake

Pyramid Lake

Unseren Samstag morgen begannen wir mit einer Einführung zu den Bären hier in der Gegend. Es stellte sich dabei heraus, dass wir Menschen garnicht auf der Speisekarte der hier lebenden Bären stehen und somit, solange wir sie nicht bedrängen oder ärgern, keinerlei Gefahr für uns darstellen. Die Schwarzbären und Grizzlybären ernähren sich hier im Staat Alberta fast ausschließlich vegetarisch, abgesehen von dem ein oder anderen jungen Elch oder mal einem Eichhörnchen. Die Temperaturen werden, vor allem für die Grizzlies, im Sommer zu hoch, sodass diese sich immer weiter im Norden aufhalten, wo die Polarbären sich rumtreiben. Grizzlies und Polarbären sind artverwandt, sodass durch die Gebietsteilung hin und wieder Pizzlies oder auch Grolars entstehen. Am Mittag wurde es bis zu 30°C warm, sodass die Wanderungen nicht mehr allzu viel Spaß gemacht haben. Deshalb haben wir uns am Nachmittag an den Lake Annette gechillt, dort wo alle Locals hingehen, und haben unsere Füße im glasklaren See abgekühlt.

 Lake Anette

Lake Anette

Abends fuhren wir an die Athasabca Falls, die, abgesehen von den ärgerlichen Moskitos, atemberaubend waren. Sonntag morgen haben wir wieder ausgeschlafen und uns nach einem leckeren Frühstück 2 Mountainbikes ausgeliehen. Mit diesen bretterten wir 3 Stunden über Stock und Stein entlang der Seen und in den Waldgebieten, ein absolutes Traum für jeden der gerne Mountainbike fährt. Abgesehen von ein paar Elk Cows sahen wir noch eine große Herde Großhorn Schafe, die bei der prallenden Hitze eine Abkühlung am See benötigten. Die Tour war sehr anstrengend sodass wir den Rest des Tages mit Grillen und einem kühlen Bierchen am Feuer verbrachten. 

Tage unterwegs: 14
Kilometer zurückgelegt: 2541
Gefahrene Stunden im Auto: 34
Fast Food Mahlzeiten: 6
Foto Counter: 3156
Wildlife Counter: 12
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 26
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 5

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