Woche 1: Vancouver - Kelowna - Revelstoke - Yoho

Unsere Reise begann Montag früh um 5 Uhr morgens mit einer ICE-Fahrt von Stuttgart nach Frankfurt. Von dort flogen wir über Amsterdam nach Vancouver. Um 14:00 Uhr Ortszeit kam wir an und hatten mit der 9 stündigen Zeitverschiebung somit noch den ganzen Tag in Vancouver. Leider waren wir von der Reise so erschöpft, dass die gewonnene Zeit komplett fürs Schlafen draufging. Dafür waren wir am nächsten Morgen früh wach und konnten rechtzeitig mit unser Mission für Vancouver beginnen: ein passendes Auto für unsere Reise finden. In Erfahrungsberichten wurde der Ortsteil Surrey für einen Autokauf empfohlen, da sich dort Autohändler an Autohändler reiht. Den Vormittag über haben wir diverse Autohändler abgeklappert und konnten am Ende genau definieren, was wir brauchen: Ein Geländewagen mit Vierrad-Antrieb in dem man im Notfall übernachten kann. Als wir bei einem Händler einen Acura MDX in Laubfrosch-grün entdeckten, wussten wir sofort, dass wir unser Auto gefunden haben. Nach einer kurzen Testfahrt und einer detaillierten Kontrolle aller Funktionen wurde der Verkaufsvertrag aufgesetzt und der Preis verhandelt. Direkt im Anschluß kam ein Versicherungsbeauftragter vorbei und hat mit uns eine passende Versicherung abgeschloßen, sodass wir noch am selben Nachmittag mit unserem „Dino“ vom Händler wegfahren konnten. Der einzige Mangel waren die nicht funktionierenden Blinker, doch dafür kamen wir die nächsten Tage nochmal vorbei um das Problem zu beheben. Den erfolgreichen Tag schlossen wir am Stanley Park mit einem traumhaft schönen Sonnenuntergang und zwei Dosenbieren ab.

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Die anschließenden Tage verbracht wir damit das Auto zu putzen und das notwendige Camping-Equipment zu besorgen, dass sich aufgrund der riesigen Supermärkte in nur wenigen Shopping-Touren erledigen ließ. Wir hatten uns dazu entschieden die benötigten Utensilien und Vorräte vor Ort zu kaufen, da unsere Koffer platz- und gewichtsmäßig mit Klamotten für drei Monate bereits ausreichende gefüllt waren. Neben den Vorbereitungen durfte natürlich nicht das Entdecken der wunderschönen Stadt Vancouver zu kurz kommen. Von den vielen Eindrücken die wir erleben durften haben uns vor allem der Stanley Park und China Town beeindruckt.

 China Town

China Town

 Vancouver Downtown

Vancouver Downtown

Freitag früh verabschiedeten wir uns von unserem tollen Air B’n’B Gastgeber Luciano und machten uns auf dem Highway #1 Trans-Canada auf den Weg nach Kelowna. Leider wussten wir nicht, dass genau an diesem Mai-Wochenende ein verlängertes Wochenende war. Damit waren eigentlich alle Campingplätze belegt, jedoch durften wir mit viel Glück und etwas Druck auf die Tränendrüse den Campingplatz der Besitzerin beziehen. Unseren ersten Camping-Abend verbrachten wir mit leckerem Budweiser Dosenbier und selbstgerechten Chili con Carne. Es wurde sehr kalt in der Nacht, doch wir waren uns sicher, dass das Wetter in den nächsten Tagen camp-freundlicher werden sollte. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Revelstoke, wobei die Abstände zwischen zivilisierten Städten immer weniger wurde. Dort angekommen machten wir unsere erste Wanderung im angrenzenden Nationalpark im T-Shirt bei 25 Grad in der Sonne. In der Nacht fiel die Temperatur stark ab und wir beide froren trotz Daunenjacken und etlichen Pullis so in unserem Zelt, dass wir am nächsten Morgen noch vor 5 Uhr weiterfuhren.

 Erster Campground

Erster Campground

 Erste Wanderung

Erste Wanderung

Über den Glacier Nationalpark gelangten wir an unser nächstes Ziel, dem Yoho Nationalpark. Der Nationalpark ist schon Teil des kanadischen Backcountry. Das bedeutet keine Fast-Food-Ketten, kein Handynetz, nur alle 150 km eine Tankstelle und Natur pur sowie freilaufende Bären und Elche. Um weitere Informationen zu der Gegend zu erhalten, fanden wir die Touristen Information auf, wo uns eine nette Bayerin über die aktuelle Lage informierte. Wie wir erfuhren hat seit über 10 Jahren (genauer seit 2003) die Region keinen so schlimmen und langen Winter erlebt. Leider sind die meisten Sehenswürdigkeiten wegen Eis und Schnee noch nicht zugänglich. Wir machten das beste draus, und besuchten die zugängliche Attraktionen, wie dem Emerald Lake und die Natural Bridge. Auf einem kleinen Camping Platz, der ebenso den Backcountry-Konditionen unterlag verbrachten wir die Nächte. Die Ausstattung des Platzes ist mager: ein einzigen Wasserhahn für alle zum Waschen und Spülen, Plumpsklos, kein Strom und Essencontainer. Abgesehen von den Rangers, die einmal am Tag nach dem Rechten schauten, waren wir nur von Wäldern und Bergen umzingelt. Dort bewegen sich die verschiedenen Tiere frei herum, weshalb absolut kein Müll- oder Essensreste offen rumliegen bleiben dürfen. Das Essen lockt die Tiere, vor allem Bären, an, deshalb muss das Essen in den dafür vorgesehenen Containern verstaut werden und die Klamotten, mit welchen man Essen zubereitet hat, komplett nach dem Essen gewechselt sowie für die Nacht und separat gelagert werden. Hält man sich an diese Regeln, lassen die Tiere einen hoffentlich in Ruhe. 

In dieser Woche haben wir sehr viele neue Eindrücke gewonnen und trotz der kalten Nächte, macht uns das Campen viel Spaß. 

Hier noch eine kleine Statistik zu unserer Reise bis jetzt: 
Tage unterwegs: 7
Kilometer zurückgelegt: 1397
Gefahrene Stunden im Auto: 20
Fast Food Mahlzeiten: 5
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 19
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 4

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