„Wir fliegen nach Istanbul und Kappadokien.“ - „Kappa…WAS?“

Mitte September hieß es wieder „Rucksack packen und auf gehts zum Flughafen“! Da wir unseren Sommer mal wieder in der klimatisierten Bibliothek verbracht haben, wollten wir noch etwas Summerfeeling im September - relativ schnell viel die Wahl auf die Türkei. Zuerst wollten wir ein paar Tage in Istanbul verbringen und anschließend für ein paar Tage in der Zentraltürkei um zu Entspannen. Wie immer hatten wir nur wenig Zeit um uns auf unsere Reise vorzubereiten, sodass wir gerade noch geschafft haben Reiseführer für die jeweiligen Ziele zu besorgen. 

Istanbul

Da Benny bereits zweimal in Istanbul war, bewegten wir uns zielgerichtet durch die Innenstadt. Wenn man morgens direkt die touristischen Sehenswürdigkeiten besichtigt, kann man sich in aller Ruhe tagsüber über den Großen Bazaar und die umliegenden kleinen Gässchen treiben lassen. Egal wo, in ganz Istanbul wird überall etwas gerufen oder versucht zu verkaufen. In der Metropolregion Istanbul leben über 15 Millionen Menschen die Tag und Nacht für emsiges Treiben auf den Straßen sorgen. An den ersten zwei, drei Tagen kann das einen schon mal überfordern. Selbst im September waren die Abende noch warm und bis spät in die Nacht waren noch viele Familie unterwegs, jedoch wesentlich weniger als tagsüber - das frühe Aufstehen bzw. lange Aufbleiben zahlt sich also aus :) 

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Für die Stadt sollte man sich genug Zeit nehmen, selbst 3 Tage haben uns gerade so gereicht damit wir uns einen Überblick verschafften konnten. Wie man sein Tagesprogramm füllen kann, haben wir euch im nächsten Absatz beschrieben.

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Things to Do in Istanbul

  • Direkt morgens zur Sultan Ahmet Moschee, Hagia Sophia und den versunkenen Palast um den Touri-Ansturm zu vermeiden

  • Über den Gülhane Parkı Çeşmesi (Park) zum alten Orientexpress Bahnhof laufen

  • In Eminönü am Hafen entlang laufen und sich von dem Menschentrubel treiben lassen

  • Am Tag mit der Fähre (ca. 20 Minuten) von Eminönü nach Üsküdar, Abends zurück mit der Marmaray Bahn (ca. 7 Minuten)

  • Ausflug auf den Großen Bazaar

  • Ausflug über die Gallata Brücke entlang der Einkaufsstraße „Istiklal“ bis zum Taksim Platz

  • Ausflug nach Kadiköy - Super cooles Studentenviertel mit vielen Bars, sehr westlich im Vergleich zur Altstadt

  • Park Ortaköy Meydani und Ortaköy Moschee: Kleines Viertel kurz vor der Europabrücke

  • Shisha Bar „ Erenler Hookah - Erenler Nargile“ versteckt mit kleinem Seiteneingang. Bar für Locals, Frauen nur in männlicher Begleitung.

  • Shisha Bar „Ottomania Çikolata&Kahve“, nur Enheimische und super leckere Shisha mit traumhafter Aussicht

Where to Eat in Istanbul

  • Turkistan Diner am Hippodrom (Ehemalige Pferderennbahn neben der Blauen Moschee)

  • Frischen Fisch im Brötchen direkt am Hafen dazu die eingelegten Früchte in rosa Saft

  • Döner Teller auf dem Großen Bazaar vom Holzkohle-Grill

  • Sesambagel, Mais und Maroni von den Straßenverkäufern

  • „Asuman“ Cafe in Kadiköy - Bestes. Schokoladendessert. Ever. 

Tipps und Tricks

  • [Für Frauen]: Selber ein Tuch mitbringen oder vor Ort kaufen (10TL) um in den Moscheen den Kopf zu bedecken 

  • [Für Frauen und Männer]: Puff-Hosen vor Ort kaufen (15 TL) und vor dem Moschee-Besuch überziehen, dann kann man den Rest des Tages entspannt in kurzen Hosen rumlaufen

  • Vitaminbombe: unbedingt einen Granatapfel Saft bei einem der Straßenverkäufer kaufen

  • Die Verkehrsregeln für Fußgänger sind recht flexibel, einfach an die Einheimischen halten 

  • Taxi fahren - Ein wahres Erlebnis  

  • Rucksack und Tasche in größeren Menschenmengen, wie z.B. auf dem Großen Bazaar, vorne tragen und achtsam sein

  • Mit der Marmaray Bahn ist man grundsätzlich schneller und zahlt auch weniger als mit der Fähre, doch man sollte auf jeden Fall mal über den Bosporus gefahren sein 

  • Ein einfacher Reiseführer war sehr hilfreich um sich in der Stadt offline zurechtzufinden und Hintergrundinformationen rauszusuchen

  • Kostenfrei Bargeld kann man an allen Automaten der „Ziraat Bankasi“ abheben

What not to do in Istanbul

  • Abends in kurzen Hosen rumlaufen

  • Versuchen mit einem Auto, Bus oder Roller alleine im Straßenverkehr zu recht zu kommen

  • Leitungswasser trinken. Duschen und Zähne putzen geht, zum Trinken aber lieber abgepacktes Wasser kaufen. 

  • In Moscheen von komisch aufdringlichen Menschen umhergeführt werden

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Kappadokien

Die Region „Kappadokien“ liegt in der Zentraltürkei und umfasst mehrere Städte, wobei Göreme als das kulturelle Zentrum gilt. Die Stadt ist berühmt für ihre in den Tuff-Stein gehauene Höhlenarchitektur und gehört seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe. Gerade in den letzten Jahren strömen im Sommer immer mehr Touristen in das kleine ca. 2.000 Einwohner Städtchen. 2017 wurde die Region von über 2,5 Millionen(!) Touristen quasi überrannt. Die meisten kommen lediglich für einen 1- bis 2-tägigen Aufenthalt vorbei, heizen mit Quads über Dünen, reiten mit Pferden zwischen den Feenkaminen durch die Täler und nehmen an einer der legendäre Heißluftballonfahrten zum Sonnenaufgang teil. Wir wollten uns für die Region mehr Zeit nehmen und haben ganze 6 Tage in Göreme und Umgebung verbracht. Während viele Einheimische uns komisch angeschaut haben, als sie erfahren haben, dass wir so lange in Kappadokien bleiben wollten, konnten wir deren Unverständnis nicht verstehen. Wer verbringt nicht gerne Zeit in einer Region in der es jeden Tag über 26°C hat, man von unzähligen Tälern zum Entdecken und Wandern umzingelt ist, man jeden Tag einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben kann und wo es überall verdammt leckeren Essen gibt?! Außerdem mussten wir ziemlich viel Schlaf von der letzten Klausuren-Phase nachholen:) 

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Das absolute Highlight der Reise war die Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang! Umgeben von weiteren 180 Heißluftballons ging es früh morgens auf in den Himmel. Während wir am Anfang sehr nah am Boden durch mehrere Täler geschwebt sind, hat uns der Fahrer je näher wir zum Sonnenaufgang kamen, immer höher in die Luft gesteuert. Bis zu 600m ging es in die Luft - ein unvergessliches Erlebnis!
Wenn ihr selbst eine Fahrt buchen wollt, solltet ihr unbedingt darauf achten bei einem seriösen Anbieter zu buchen. Wir hatten nicht im Vorhinein über das Internet gebucht und verdammt Glück am Ende der Hauptsaison noch spontan bei einem Top Ballon-Unternehmen einen Platz zu bekommen. Leider haben wir von vielen anderen mitbekommen, dass sie nicht so viel Glück hatten. Oftmals war der Ballon hemmungslos überbucht oder man wurde der zweiten Tour nach Sonnenaufgang zugeteilt (gleicher Preis aber bei weitem nicht so spektakulär, da kaum noch Ballons in der Luft waren und die Stimmung nicht mehr so schön war). 

Nachdem wir zum Sonnenaufgang die Heißluftballons vom Boden aus betrachtet hatten, ging es am Vormittag meistens auf eine Wandertour durch das anatolische Hinterland. Weit entfernt von jeglichen Touristen ging es zwischen kleinen Tälern, Feen-Kaminen und über Anhöhen durch die wundschöne Natur. Inmitten von Felsen und Höhlen, entlang unseres Wanderwegs, haben wir den Eingang zu einer alten christlichen Kirche vom 8. Jahrhundert n Chr. gefunden. Durch einen kleinen Vorraum ging es in das beeindruckende Hauptschiff - unfassbar, dass wir so ein Bauwerk mitten in der Natur ganz für uns alleine hatten!

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[Nice-to-know]: Im 4. Jahrhundert stand Kappadokien im Mittelpunkt der Christianisierung. Die von den Römern bedrohten Einsiedler bauten klösterlichen Anlagen und über 600 Kirchen in den weichen Tuffstein mitten in die Berge. Frei zugänglich und teilweise mit beeindruckenden Wandmalereien versehen, sind die Kirchen wirklich sehenswert.
Nachdem wir diese Kirchen komplett alleine entdecken konnten, war das von Touristen überrannte „Göreme Open Air Museum“ ein absoluter Witz!

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Standard Touri-Programm in Göreme (1-2 Tage):

  • Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang

  • Quad-Tour oder Pferde-Ritt

  • Teski Kebap Topf essen

  • Zum Sonnenuntergang über den Dächern Göremes am Sunset-Point entspannt

  • ggf. Übernachten in einem Cave-Hotel

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Fortgeschrittenes Programm (6 Tage): Kappadokien entdecken 

Things to Do in Göreme

  • #1: Heißluftballonfahrt zum Sonnenaufgang (kosten zw. 140-180€)

  • Durch die Innenstadt schlendern am Nachmittag/Frühabend

  • Wandertour durch Love Valley, White Valley, Schwertertal, Meskendir-Tal und Rose Valley

  • Wandertour nach Uchisar auf die Felsefestung

  • Dolmus-Busfahrt nach Avanos und dort entlang des Flusses laufen und das Städtchen erkunden

  • Wandern von Görme über traumhafte Felsenformationen ins Pasabagi Tal -> kein Weg ausgeschrieben, gutes Orientierungsvermögen notwendig. 

  • Sonnenaufgang und Sonnenuntergang von Sunset Point aus anschauen

  • Besuch der Aynalı (Fırkatan) Felsenkirche - Unbedingt an Stirnlampe oder Taschenlampe denken! 

Where to Eat in Göreme?

  • Viewpoint Cafe/Restaurant

  • Anatolian Kitchen Restaurant

  • Sedef Restaurant - bester Teski Kebap (Kappadokische Spezialität)

Tipps und Tricks

  • [Buchtipp] Tipps von Einheimischen und geheime Wanderrouten in dem Reiseführer: „Türkische Riviera - Kappadokien: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps“ von Michael Bussmann und Gabriele Träger

  • In Avanos gibt es einen guten McDonalds

  • Shuttle Service für die Fahrt zum/vom Flughafen vom Hotel anfragen, viel billiger als Taxi

  • Mit den Menschen reden - Die Einwohner freuen sich über jeden der etwas mehr Interesse an der Stadt hat als nur die Heißluftballons, sie sind immer hilfreich und wahnsinnig freundlich! - viele haben uns auf unseren Wandertouren gefragt ob wir Hilfe, ein Taxi oder Wasser brauchen - „no thank you, we walk/hike voluntarily!“ :)

  • Unterkunft in dem 3-Sterne-Hotel „Peace and Stone House“ - Bequeme Betten, leckeres Frühstück und hilfsbereites Personal

What not to do in Göreme

  • Ins Göreme Open Air Museum gehen (Nur Touristen, absolut überteuert, Nichts spektakuläres)

  • Nach Zelve und vor allem nicht ins Open Air Museum dort

  • Trinkgeld vergessen

  • Mit Englisch kommt man oftmals nicht weit - Mit Händen und Füßen klappt es meistens besser

  • Einen Anfall bekommen und die asiatischen Touristen anschreien

Wir hoffen, dass euch dieser Blogeintrag gefallen hat! 
Für Benny geht es in einer Woche mit seinem Papa nach Mexiko. Die nächste Reise für uns zwei geht dann Anfang Januar nach Prag. Blogeinträge folgen! :)

Liebe Grüße

Leo und Benny 

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Budapest - das Paris von Osteuropa ?!

„Budapest ist das Paris von Osteuropa - das muss man gesehen haben!“ Mit diesem Versprechen buchten wir optimistisch unsere Flüge in Kombination mit einem Aufenthalt in einem 3-Sterne-Hotel für insgesamt 3 Nächte. Natürlich musste das ganze im Juli sein, da es „nichts schöneres gibt wie die Budapester Sommernächte“ (Zitat). Die Erwartungen waren hoch, die Geldbeutel erstaunlich voll und wir absolut bereit vor der anstehenden Klausurenphase Karlsruhe noch einmal für ein paar Tage zu entkommen. 

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Angekommen am Budapester Flughafen erreicht man mit der Buslinie 100E für 2,90€ den Platz Deák Ferenc, welcher genau im Zentrum liegt. Im Allgemeinen kann man die Innenstadt von Budapest sehr gut zu Fuß erkunden. Lediglich für die Fahrt zu unserem Hotel „Benzcur“, dass etwas weiter wem vom Zentrum, nahe am Heldenplatz liegt, haben wir uns ein Metro-Ticket geholt. Für die paar Fahrten war die 10er Karte optimal. Der Metro-Fahrplan ist sehr übersichtlich und es fahren tagsüber regelmäßig Bahnen. Beachte(!): Wir wurden auf jeder einzelnen Fahrt kontrolliert -> unbedingt ein Ticket kaufen!

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Vorschlag für eine entspannte Route bei dem die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen werden können
Der Ausgangspunkt unserer Route ist die Kettenbrücke in der Innenstadt, mit der man die Donau überqueren und zum westlichen Ufer gelangen kann. Am Kreisel nach der Brücke hält man sich schräg links und läuft den Anstieg zum Budapester Palast hoch. Oben kann man sich frei bewegen und hat einen super Ausblick über ganz Budapest. Wer Lust hat kann natürlich auch mit der Burg-Berg-Bahn nach oben fahren. Die 150 Höhenmeter können allerdings locker zu Fuß gelaufen werden. An der Residenz vorbei, führt eine Straße direkt zur Fischerman’s Bastion. Hier hält man sich lieber morgens oder erst wieder gehen Sonnenuntergang auf, da die kleine Burg der Touristen-Hotspot schlecht hin ist. Im Minutentakt kommen hier Reisebusse mit Selfie-Verrückten Menschen an - nichts wie weg! Hinter der Bastian kann man durch die kleinen Gassen runter ans Ufer auf Höhe des Parlaments laufen - ein weiteres Musst-See für jeden Budapest-Aufenthalt. Von dort aus kann man entspannt am Ufer entlang schlendern auf die Brücke zu, die sich links vom Parlament befindet. Über die Brücke gelangt man wieder auf die Ost-Seite, auf der man das Parlaments Viertel erkunden kann. Wer noch Lust hat kann einen Abstecher auf die Margret Island machen, ein Park in dem viele Einheimische entspannen und in dem es eine Wassershow gibt.  

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Für Aktive lohnt sich auch der Weg zur Citadella, die man über die Erzsebet hid erreicht. Über viele Stufen und kleine Wege kämpft man sich hoch auf den Hügel. Der Weg lohnt sich, denn oben wird man mit einer fabelhaften Aussicht belohnt. 

Kurz und knapp:

Must Sees in der Innenstadt

  • Vom Zentrum die Kiraly utca entlang bis auf Höhe des Wombats City Hostel laufen. Rechts gehts dann in ein kleines Viertel mit Bar an Bar - super um Abends etwas Trinken zu gehen

  • Abends ist allgemein viel los auf der Kiraly utca, auch wenn man nicht trinken oder feiern gehen will, sollte man sich den Trubel abends mal angesehen haben

  • Auch sehr entspannt ist die Bar „Pontoon“ direkt unter der Kettenbrücke, das ganze Ufer ist voll von fröhlichen Menschen die entspannt ein Bierchen trinken und sich mit Freunden treffen. Neben Live-Musik kann man die herrliche Aussicht auf die Kettenbrücke und den Palast genießen

  • Von der Metrostation „Oktogon“ aus einfach die Andrassy utca entlang laufen bis zum Heldenplatz. Neben dem Helden-Platz eignen sich die Wohnviertel super für einen schönen Spaziergang.

  • Das jüdisches Viertel mit Szimpla Kert (Budapest, Kazinczy u. 18, 1075 Hungary) - Sonntag morgens ist dort ein wunderschöner Markt!! 

Essen und Trinken 

  • „Kuplung“, einheimische Bar mit guten Essen (Budapest, Király u. 46, 1061 Hungary)

  • The Donut Library für leckeren Kaffee und Donut, in der Stadt verteilt (Kette)

  • Karavan Streetfood Market, große Auswahl (Budapest, Kazinczy u. 18, 1075 Hungary)

  • Burgerkette „Zing Burger“, super leckere Burger

  • Nettes Frühstückscafe „Kuglof“ in der Piarista köz 

Wir hoffen, dass euch der Blogeintrag gefallen hat und das euch der ein oder andere Tipp beim nächsten Budapest Aufenthalt helfen wird. Wenn ihr noch Tipps und Anmerkungen habt - schreib ein Kommentar oder schickt uns eine Nachricht, wir nehmen die Tipps gerne mit in die Liste auf.

In den kommenden Wochen versuchen wir auch den Blogeintrag von unserer Reise in die Türkei zu schreiben - neben dem Studium ist es leider gar nicht so einfach Zeit zu finden. 

Bis zum nächsten Mal!

Leonie und Benedikt 

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Wo lasse ich meine Bilder drucken? Und was sollte man dabei beachten?

Hallo Leute,

in diesem Blogeintrag geht es um das Thema Drucken. Ein Thema, das seid dem Einzug der Digitalfotografie immer mehr in den Hintergrund gerät. Während früher der Druck der Fotos essentiell war - ohne die Entwicklung der Fotos in der Dunkelkammer und dem anschließend Druck gab es keine Möglichkeit seine Bilder zu betrachten - werden heutzutage die meisten Bilder am Computer bearbeitet und nur einige wenige über Social Media geteilt. Auch ich habe mich bisher viel zu wenig mit dem Thema Druck, Farbkalibrierung und die verschiedenen Druckmaterialien beschäftigt.

Der Grund dafür, den wahrscheinlich viele Hobby-Fotografen mit mir teilen, ist, das das ausgedruckte Bild nicht so aussieht, wie man es am Computer bearbeitet hat. Die Bilder sind zu dunkel, der Weißabgleich stimmt nicht und die Kontraste, z.T. ganze Farben, werden nicht wie gewünscht dargestellt. Das Ergebnis: man ist enttäuscht und sieht sich die Bilder lieber wieder am PC an. 

Als ich dann vor ein paar Wochen die Möglichkeit von Saal Digital zum Test ihrer Wandbilder erhielt, begann ich mich in die Materie einzulesen und gab dem Druck nochmal eine Chance. Schnell merkte ich, dass die mangelnde Farbgenauigkeit nicht das Verschulden des Druckdienstleisters, sondern meine eigene war. Denn wenn ihr eure Fotos bei einem Fotodienstleister ausdrucken möchtet, solltet ihr zunächst euren Monitor kalibrieren. Dieser Schritt ist essentiell damit die Farben, Helligkeiten und Kontraste genormt sind. Sprich das Bild das ihr seht, sieht an jedem kalibrierten Bildschirm so aus. Nur so kann man erreichen, dass z.B. die Mitarbeiter bei Saal Digital das Bild genau so sehen wie ihr. Beim Druck kommt dann ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: Das Material. Je nachdem ob ihr euer Bild auf Leinwand, Fotopapier oder Alu-Dibond ausdrucken lasst, kann das gleiche Bild unterschiedlich aussehen. So kann auf Leinwand vergleichsweise kein hoher Detailgrad erreicht werden und auch die Schwarzwerte sind vergleichsweise schlecht. Um schon am Bildschirm simulieren zu können, wie sich die verschiedenen Fotomaterialen verhalten, bietet Saal Digital den Download von ICC-Profilen an. Diese kann man einfach in Lightroom importieren und im sogenannten Soft-Proof das Druckmaterial am Bildschirm simulieren. Mit dieser Vorschau sollten sich die Druckergebnisse ziemlich gut vorhersagen lassen, sodass ihr eure Bilder wie gewünscht ausdrucken lassen könnt. 

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Für den Produkttest wollte ich mir ein Bild aus Kanada auf Ali-Dibond in 40cm x 60cm ausdrucken lassen. Dafür musste ich zuerst die Software von Saal Digital herunterladen. Am Anfang war ich eher skeptisch gegenüber der Software - Wofür sollte man bei einer Online Bestellung extra eine Software installieren und warum geht das nicht direkt im Browser? Erstmals geöffnet, hat mich das Programm von Saal Digital positiv überrascht. Über die Auswahl der Materialen, die Bildgestaltung per Drag&Drop, bis hin zur Bestellung - alles kann superleicht über das Programm abgewickelt werden. Die Software verfügt dabei über sehr viele Funktionen und ist am Anfang etwas unübersichtlich. Bei der Bestellung meines Wandbildes hat trotzdem alles gut geklappt.

Heute war es dann so weit, der Postbote brachte das gut verpackte und mit Schaumstoff geschützte Bild. Die Zeit von der Bestellung bis zur Ankunft des Pakets betrug bei mir 5 Arbeitstage was völlig in Ordnung ist. Bei der Aufhängungsart entschied ich mich für die Standart-Aufhängung, die man selbst auf der Rückseite festkleben muss. Zwei Nägel in die Wand und schon hing das Bild über meinem Esstisch.

Und die Bildqualität? Stimmt das Bild mit der Vorschau auf meinem Bildschirm überein? Die Qualität und die Details des Ausdrucks sind überragend. Jede kleine Struktur, jeder Stein ist perfekt und superscharf abgebildet! Bei genauem betrachten fällt einem dann leider auch jeder kleine Fehler, den man vielleicht noch übersehen hat, ins Auge ;-) Auch die Farben und Helligkeiten wurden exakt und wie gewünscht wiedergegeben. Ich habe zwar nur die Standardaufhängung bestellt, das Bild scheint aber trotzdem an der Wand zu schweben und hinterlässt einen super edlen Eindruck. Über die Bestellabwicklung, den Versand, der Farbwiedergabe bis hin zur Möglichkeit ICC-Profile zu nutzen bin ich sehr zufrieden mit Saal Digital.  

Das eigene ausgedruckt Bild in den Händen zu halten oder es ander Wand hängen zu sehen ist dabei etwas ganz anderes als es am Bildschirm zu betrachten. Während man Bilder am Computer nur eine kurze Zeit Beachtung schenkt, läd das ausgedruckte Bild zur längeren Betrachtung ein. Und was gibt es schöneres für einen Fotografen als ein perfekt retuschiertes und ausgedrucktes Bild zu betrachten! :) Ich war selbst erstaunt wie schön es ist, dass eigene Bild ausdrucken zu lassen und zu betrachten. Morgen werde ich mir direkt zwei weitere Bilder auf Alu-Dibond bestellen. 

Bis Bald! :)

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Ausflug zum Aletsch-Gletscher

Hallo liebe Leute,

wie versprochen müsst ihr auf den nächsten Blogeintrag nicht lange warten! Leo und mich hat es keine zwei Monate nach unserer Kanada-USA-Reise wieder in die Natur gezogen. 

 Auf dem Weg zum Furka-Pass

Auf dem Weg zum Furka-Pass

 Zum Glück waren die Straßen noch schneefrei

Zum Glück waren die Straßen noch schneefrei

Letzen Mittwoch starteten wir unseren Kurztrip von Deutschland aus in die Schweiz. Ziel war der Aletsch-Gletscher im Wallis, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Um von Deutschland aus ins Walliser Kanton zu kommen, führt kein Weg an einem der vielen Pässe der Alpen vorbei. In unzähligen Kurven fuhren wir über den knapp 2500m hohen Furka-Pass, der bereits schneebedeckt war. Schon mittags waren hier die Temperaturen, trotz strahlender Sonne, nur als "frisch" zu bezeichnen. Damit bekamen wir schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die kommende Nacht im Zelt. Und ja - die Nacht war kalt - Eiskalt! Als wir morgens von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wurden, mussten wir nämlich feststellen, dass die Wiese und unser Trinken gefroren waren.

 Der Aletschgletscher

Der Aletschgletscher

Nichtsdestotrotz ging es direkt morgens mit der Gondel aufs Eggishorn, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf den Gletscher hat. Oben angekommen entschieden wir uns gegen die Wanderung entlang der Gletscherzunge und machten lieber eine Tour zum Märjelen- und Tällisee. Während des 11km langen Abstiegs hat man dabei immer den Fiescher-Gletscher vor, sowie den Aletschgletscher hinter sich. 

Bedingt durch die kurzen Betriebszeiten der Gondel-Bahn, die letzte Talfahrt von der Fiescheralp ist bereits um 18.00 Uhr, hatten wir abends noch Zeit die Umgebung näher zu erkunden. So fuhren wir zuerst durch das kleine Städtchen Fiesch, bevor wir den Sonnenuntergang vom beschaulichen Bergdorf Ernen betrachten konnten. 

Nach der zweiten Nacht im Zelt mit Minustemperaturen ging es am Freitag wieder zurück nach Deutschland. Ein Kurztrip zum Aletsch-Gletscher ist definitiv eine Überlegung wert! 

Bis Bald! :) 

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Woche 13,5: Vancouver - Los Angeles

Die Nacht an den Spanish Banks verlief absolut problemlos und wir waren auch nicht die einzigen, welche die Schlafmöglichkeit dort genutzt haben. Das Ziel am Montag war es unsere Habseligkeiten in die Koffer zu räumen und den Dino blitzeblank zu putzen. Für den Teil des Campingequipment, den wir wieder mit nach Deutschland nehmen wollten, kauften wir uns bei Walmart noch eine billige Reisetasche als Drittkoffer dazu. Equipment wie unsere zerkratzen Teller, die Kühlbox, Luftpumpe, etc. gaben wir an einen „Second Hand Campingequipment Laden“ ab, der uns für das Zeug sogar noch etwas Geld gegeben hat. Da der Tag wieder sehr anstrengend war gingen wir abends spontan wieder in Kino, diesmal um „Spiderman Homecoming“ zu sehen (noch coolerer Film!). Nachdem unsere letzte Dusche auch wieder ein paar Tage her war, frischten wir uns am Dienstag Mittag zuerst bei unserer Air B’n’B Unterkunft auf, bevor wir verschiedene Autohändler abklapperten. Wir fuhren auch nochmal zu dem Autohändler bei dem wir unseren Dino gekauft haben, doch auch nach längerer Verhandlung konnten wir uns nicht einigen. Letztendlich gingen wir zu einem Händler in der Nähe der Innenstadt, mit dem wir uns relativ schnell auf einen Preis einigen konnten. Dieser offenbarte uns jedoch, dass wir die gesamte Zeit mit Winter Reifen rumgefahren sind, was in British Columbia im Sommer illegal ist! Uns wurden die Reifen als „All Season“ untergejubelt, und wir kamen nicht auf die Idee, dass der Verkäufer uns wegen etwas so leicht zu überprüfenden wie den Reifen anlügen könnte. Bezüglich des Autokaufs als auch der -pflege sowie der -reparatur haben wir sehr viel gelernt für unsere Zukunft. Mit den Reparaturen und leider einem etwas zu hohem Kaufpreis hat uns der gute Dino etwas mehr gekostet als geplant, doch er hat uns über 22.000km sicher durch Schneestürme, Wüste und Berge gebracht und uns vor allen Gefahren bewahrt. Für uns beide war es das erste eigene Auto, das wir wohl nie vergessen werden.

Unseren letzten und einzigen freien Tag in Vancouver verbrachten wir weniger mit touristischen Aktivitäten, sondern mehr damit es uns einfach mal gut gehen zu lassen. Dazu gehörten ein Besuch beim Barber-Shop für Benny, eine entspannte Maniküre für Leo sowie viel gutes Essen! In unser Unterkunft freundeten wir uns mit zwei Engländern an, mit denen wir uns abends noch auf eine Brauerei-Tour inmitten von Vancouver verabredeten. Das war der beste Abschluss den wir uns nur vorstellen konnten, auch wenn wir am nächsten Morgen um 5:00 Uhr auf dem Weg zum Flughafen die letzten paar Biere verfluchten. 

Mit unseren drei, fast platzenden Koffern hatten wir trotz Übergewicht keine Probleme beim Check-In und so fanden wir uns am Nachmittag am wunderschönen Hermosa Beach wieder. Unser Hostel lag direkt am Strand zwischen mehreren Restaurants, Surf-Shops und Bars und hatte bot damit die perfekte Ausgangslage. Für 15$ am Tag konnten wir uns Fahrräder ausleihen und Boogie-Board konnte man sich sogar umsonst ausleihen. Das Angebot ausgiebig nutzend verbrachten wir die letzten Tage nonstop am Strand, spielten Beach Tennis und unternahmen kleinere Fahrradtouren z.B. zum Venice Beach und dem Santa Monica Pier. Die letzten vier Tage am Strand - im Hostel - ohne Zelt - ohne Auto aber dafür mit weichem Bett - gutem Wetter - kühlem Bier und leckeren Burgern stellte einen super Abschluss für die gesamte Reise dar!

Mit viel Panzertape, Geschrei und der ein oder andern Träne im Auge packten wir schließlich Dienstag morgen unsere Koffer und flogen nach Deutschland zurück. Nach 93 wunderschönen und actionreichen Tagen, 17 besuchten Nationalparks, unzähligen StateParks, 22.000 gefahrenen Kilometern, stark verdreckten Klamotten und unzähligen Erinnerungen kamen wir Mittwoch morgen pünktlich um 8:30 Uhr in Deutschland an. 

Wir freuen uns über die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu unserem Blog und über jeden, der einen Blick hineingeworfen hat! Für uns beide beginnt jetzt erstmal das Master-Studium aber seit gespannt… die nächste Reise kommt bestimmt!
Bis dahin wünschen wir euch eine tolle Zeit, bis bald!

Tage unterwegs: 93
Kilometer zurückgelegt: 22376
Fast Food Mahlzeiten: 53
Foto Counter: 15290
Wildlife Counter: 66
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 26
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 19

Woche 12: Mount Rainier NP - Olympic NP

In dieser Woche standen zwei große Ziele auf dem Plan: Mount Rainier NP und der Olympic NP mit der Olympic Coast. Das Gebiet des Mount Rainier Nationalparks ist riesig und mehr als 95% sind reine Wildnis. Der Nationalpark ist ein absolutes Muss für jeden Washington Besuch und für jeden Backpacker. Wir beiden haben uns deshalb ganze drei Tage Zeit für den Park genommen. Bis auf die von Gletschern und Eis bedeckte Spitze des Mount Rainier war bereits alles schneefrei und mit den Nadelbäumen, blühenden Wildblumen und kleinen Bächen kamen wir uns eher wie in Österreich als in den USA vor. Am letzten Tag unternahmen wir eine große Wanderung zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt von dem man nicht nur den 80km (Luftlinie) entfernten Mt. St. Helens, sondern auch den 150km (Luftlinie) entfernten Mount Hood in Oregon sehen konnte. Die Aussicht war atemberaubend! 

Am Donnerstag ging es dann einmal quer durchs Land zur Olympic Coast die ganz im Nordwesten von Washington liegt. Je weiter hoch wir die Küste Richtung Kanada fuhren desto nebliger wurde es auf einmal. Dass es entlang der Küste von Oregon und Washington schon mal neblig und diesig ist kann wussten wir von der Runterfahrt. Als der Nebel allerdings auch tagsüber von der Sonne nicht vertrieben wurde kam uns das Ganze doch etwas komisch vor. Wir erkundigten uns bei einigen Locals und erfuhren, dass auf Vancouver Island über 150 kleinere und größere Waldbrände loderten und der Rauch die ganze Küste entlang zieht. Selbst nach ein paar Tagen konnte man bis in die Abendstunden, die wir meistens an einem der Strände verbrachten, keinen blauen Himmel sehen. Tagsüber fuhren wir mehrmals ins Landesinnere um die Regenwälder des Olympic NP zu erkunden.

Samstag Abend war es dann so weit: der letzte Camping-Abend stand bevor. Nachdem wir einen großzügigen Vorrat an Feuerholz, Fleisch und Bier gekauft hatten, fingen wir bereits nachmittags mit dem Grillen an. Bis spät in die Nacht genossen wir das warme Feuer, aßen die letzten Essenvorräte und spielten Karten. Der Abend war ein sehr gelungener Abschluss vom Campen!  

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Sonntag früh ging es für uns nach dem Packen in Richtung Kanada und um Fahrtzeit zu reduzieren, war geplant die Fähre zu nehmen. Genau an dem Morgen fiel diese jedoch aus und wir mussten einen Umweg von über 5 Stunden in Kauf nehmen. Um die Zeit zu überbrücken hörten wir wieder ein Hörbuch von Dan Brown an. Vor allem die Bücher mit dem Symbolologen Robert Langdon haben uns gefesselt, sodass die vielen Stunden im Auto nur so verflogen. An der Grenze angekommen waren wir doch etwas nervös, da wir noch etwas eingeschüchtert waren von unserem letzten Grenzübergang in die Staaten. Doch der Landweg nach Kanada ist super gechillt und die Befragung ging nichtmal eine Minute. Unser ursprünglicher Plan war erst am Dienstag in Vancouver zu sein, dementsprechend war unsere Unterkunft erst ab Dienstag Nachmittag gebucht. Auf einer „Work and Travel Kanada“ Website haben wir den Tip bekommen, dass man sich Abends gut mit dem Auto an die Spanish Banks stellen kann. Der Uferabschnitt liegt in der Nähe zum Stadtzentrum aber immerhin soweit entfernt, dass sich dort keine Obdachlose aufhalten und man nachts entspannt im Auto schlafen kann. Um den anstrengenden Tag noch schön ausklingen zu lassen, entschlossen wir spontan ins Kino zu gehen um den Film „Babydriver“ zu sehen (cooler Film!). 

Tage unterwegs: 84
Kilometer zurückgelegt: 21233
Fast Food Mahlzeiten: 48
Foto Counter: 15142
Wildlife Counter: 66
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 24
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 13

Woche 11: Lake Tahoe - Crater Lake NP - Oregon Coast

Der Montag morgen fing für uns mit einer langen Yoga-Session und einer Abkühlung am/im wunderbaren Lake Tahoe an. Die kleine Stadt am See besitzt viele Cafés und Läden, in den man wunderschön rumstöbern kann. Um den See noch besser zu erkunden liehen wir uns kurzerhand Cruiser-Bikes und erkundeten das Ufer des Lake Tahoe.

 Lake Tahoe

Lake Tahoe

Die Ruhe des See nutzten wir um ordentlich Kraft zu tanken, denn am nächsten Tag stand eine längere Fahrt zum Crater Lake bevor. Dort angekommen spazierten wir an dem beeindruckenden See entlang, welcher das größte natürliche Süßwasser-Vorkommen der USA verkörpert. Nach einem gemütlichen Picknick am Abend duften wir den spektakulärsten Sonnenuntergang unser Reise erleben, in welchen sich die Sonne mit einem pink-orangenen Himmel und Wolken für den Tag verabschiedete.

Am nächsten Morgen wachten wir in Oregon auf, so wie wir es nicht anders kannten - im Regen. Nichtsdestotrotz hatten wir angenehme 18°C und fuhren gleich an einen unserer Lieblingsplatz der Küste, dem Samuel H. Boardman Korridor. Entlang der Küste nahmen wir nicht nur atemberaubende Sonnenuntergänge mit sondern auch die 9 Leuchttürme, die alle an verschiedenen Abschnitten verteilt und auf ihre eigene Art besonders sind. Nicht dass wir Leuchttürme zu unserem neuen Hobby gemacht haben, jedoch hat jedes dieser eine eigene Geschichte zu erzählen und ließ uns die Geschichte des jeweiligen Küstenteils besser verstehen.

 Hecta Head Lighthouse

Hecta Head Lighthouse

Erzählenswert ist auch der warme, gemütliche Abend, den wir auf einem Campingplatz beim Humbug Mountain, auf dem wir bereits auf unserem „Runterweg“ waren, verbrachten. In dem kleinen Städtchen gab es einen guten Metzger, der eine unglaubliche Auswahl an jedem denkbaren Fleisch hatte. Nach einigem hin und her entschlossen wir uns für ein Family Pack Chicken Wings, wobei wir im Nachhinein betonen möchten, niemals hungrig einkaufen zu gehen! Die Chicken Wings wurden professionell von Grillmeister Benny zubereitet und schmeckten auch sagenhaft gut, nur waren die 16 großen Wings doch etwas zu viel für unsere zwei Mägen. MERKE: Family Packs in den USA sind nicht wie die deutschen Portionenvorschläge von Uccle Ben Reis - Hier sind Familiy Packs wirklich für 4+ Personen gedacht!

 

Auf unserem Hochweg kamen wir eines morgens unverhofft an einem Reitstall vorbei der Ausritte am Strand anbot, und da die Leo das noch auf ihrer Bucket Liste hatte, erkundigten wir uns über das Angebot des Reitstalls. 10 Minuten später saß Leo auf dem gesattelten Pferd „Duke“ und ab ging es durch die Dünen und entlang des Strands. Der krönende Abschluss des Reitausflugs war ein kurzes Galopp die Dünen hoch! Das war für Leo ein Erlebnis, dass sie so schnell nicht wieder vergessen wird.

Je näher das Ende der Reise rückt desto mehr hat man das Gefühl, dass die Zeit schneller vergeht. Nun sind es nurnoch 2 Wochen auf diesem Kontinent, doch mit dem Verkauf unseres Dinos und einem Teil des Campingequipments haben wir noch genug zu tun, bis wir uns die letzten Tage am Strand in Los Angeles vollkommen entspannen können. Für die nächsten Tage nehmen wir den Staat Washington noch näher unter die Lupe, bis wir bald wieder in Vancouver sind.

Tage unterwegs: 77
Kilometer zurückgelegt: 18642
Fast Food Mahlzeiten: 45
Foto Counter: 15021
Wildlife Counter: 61
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 28
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 18

Woche 10: Monument Valley - Utahs Mighty Five - Lake Tahoe

Unsere Woche startete unweit des Horseshoe Bends mit einem Besuch des Antelope Canyon. Einzigartig macht den sehr schmalen Canyon seine geschwungenen, vom Wasser geformten Sandstrukturen. Da wir wie immer keine Reservierung hatten, sind wir morgens um halb 8 Uhr zu einem Tourenanbieter gefahren und haben glücklicherweise freie Plätze für die erste Tour um 8:00 Uhr bekommen. Der Antelope Canyon befindet sich in Navajo-Gebiet - zum Preis der Führung kommt also nochmals eine Gebühr von den Navajos hinzu. Einziger Vorteil der Zusatzabgabe war, dass die Tourguides heimische Navajos waren und uns nebenher viel zu dem Canyon und ihrer Kultur erzählt haben.

Nach der zweistündigen Führung ging es auf zu unserem Wochenziel: Utahs „Mighty Five“. Auf dem Weg nach Utah legten wir noch einen Zwischenstop in dem aus vielen Western-Filmen bekannten Monument Valley ein. Leider ist auch das Valley Navajo Gebiet und so mussten wir zum zweiten Mal an diesem Tag die Navajo-Gebühr zahlen. Die in der Landschaft willkürlich platzierten, überdimensionalen Felsbrocken sind mehr als sehenswert. Nach einem halben Tag, inklusive zweier kleinerer Wanderungen, hat man aber alles gesehen. Da die Strecke zum Arches Nationalpark für den Abend zu lang war, entschieden wir uns die Nacht im Monument Valley zu verbringen und am nächsten Morgen loszufahren. Selbst die einfachsten Campingplätze im und ums Valley herum waren mit 40$+ aber dermaßen überteuert, dass wir am Ende auf einem Trucker-Parkplatz einen Schlafplatz gefunden hatten.

Mit den ersten Sonnenstrahlen ging es am Dienstag zum ersten der „Mighty Five“: Arches Nationalpark. Im Gegensatz zu den meisten Erzählungen fanden wir den Arches Nationalpark, der zwar über mehrere hundert Felsbögen (die sogenannten Arches) verfügt, nicht wirklich beeindruckend. Über eine überfüllte Hauptstraße waren alle Sehenswürdigkeiten miteinander verbunden und samt kleiner Hikingtrails bis zum Mittag abgeklappert. Sehr gelegen kam uns, dass der Park aufgrund von Bauarbeiten um 19:00 Uhr abends schließt und wir somit einen weiteren Grund hatten zum nächsten Nationalpark zu fahren. Der Canyonlands Nationalpark liegt etwa zwei Fahrstunden entfernt und so trafen wir am frühen Nachmittag gerade noch rechtzeitig ein, um den letzten der insgesamt 12 Campingplätze im Nationalpark zu ergattern. Besonderes Highlight des Canyonland Nationalparks ist die Mesa Arch, die gerade zum Sonnenaufgang wunderschön aussieht.

Nachdem wir am nächsten Morgen wieder früh wach waren, ging es über den Capitol Reef NP (sehr klein, reicht vollkommen als Zwischenhalt) zum Bryce Canyon Nationalpark - dieser Park verdient die Bezeichnung „Nationalpark“ mal wirklich! Die unzähligen weiß-rot gefärbten und vom sauren Regen, dem Schnee sowie dem Wind geformten Felsnadeln waren atemberaubend. Auch das Hiking-Angebot mit dem Rim-Trail oder auch dem Under-the-rim-trail und vielen Aussichtspunkten kann sich sehen lassen.

Insgesamt drei Nächte verbrachten wir im Bryce Canyon NP um die gesamte Natur aufzunehmen, bevor wir am Samstag zum Zion Nationalpark fuhren. Da wir die Woche des öfteren sehr früh aufgestanden waren, blieben wir solange im Zelt liegen bis uns zu warm wurde. Der Weg zum Zion NP beträgt nur 1.5h, sodass wir uns das Ausschlafen ruhig mal gönnen konnten. Bis jetzt hielt unsere Glückssträhne an, da wir ohne jegliche Reservierung bei jedem einzelnem Campground immer noch einen Zeltplatz ergattern konnten. Obwohl auch am Campground im Zion NP ein großes Schild mit „Campground FULL“ hing, fragten wir nichtsdestotrotz nach, und erhielten auch hier einen gemütlichen Platz für den Abend. Da in der Gegend, vor allem Nachmittag, starke Gewitter mit Blitz und Donner auftreten können, entschieden wir uns für eine nicht allzu lange Wanderung am Fluß entlang, bei der man eine atemberaubende Aussicht auf das schöne Tal in mitten des NPs hat.

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Am Anfang unserer Reise gab es einige Planänderungen, wie auf jeder Reise, sodass unsere ursprüngliche Idee das Auto in Kalifornien zu verkaufen, leider ins Wasser fiel. Die Regelungen und Gesetze wurden in den letzten Jahren verstärkt, sodass der Verkauf eines importieren Autos in den USA nur sehr schwer möglich ist. Da wir auf unserer Reise keinerlei Verpflichtungen hatten, gestalteten wir diese von einem One-Way von Vancouver nach Los Angeles, zu einer Rundreise wieder hoch nach Vancouver um. Dort werden wir unseren Dino wieder verkaufen, da dies genau so einfach sein soll wie der Kauf eines Autos. Um in den nächsten zwei Wochen also wieder nach Vancouver zu kommen, geht es für uns nun wieder Richtung Norden. Somit ist unser Ziel nach den Nationalparks in Utah, der berüchtigte Lake Tahoe in Kalifornien. Den gesamten Sonntag verbrachten wir dementsprechend auf der Straße, um die Strecke von über 1.000km hinter uns zu bringen. Auf unserem Weg fuhren wir u.A. den „Extraterrestrischen Highway“ entlang, der sich in der Nähe zur Area 51 befindet, doch leider konnten wir weder Aliens noch Ufos sehen. Mit unser anhaltenden Glückssträhne ergatternden wir um 20:00 Uhr Abends direkt am Lake Tahoe wieder einen traumhaften Campingplatz, von welchem aus wir die Gegend in den nächsten Tagen näher erkunden werden. 

Unser nächstes Ziel im Norden wird der Crater Lake NP sein, den wir auf unserem Runterweg ausgelassen haben. Und weil die Küste Oregons uns so gefallen hat, werden wir dort auch nochmal vorbei schauen. In 3 Wochen geht wieder der Flieger nach Frankfurt, sodass wir die nächsten Tage im Vollen und Ganzen genießen werden. 

Tage unterwegs: 70
Kilometer zurückgelegt: 16854
Fast Food Mahlzeiten: 44
Foto Counter: 13966
Wildlife Counter: 61
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 31
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 22

Woche 9: Yosemite NP - Alabama Hills - Las Vegas - Valley of Fire - Grand Canyon NP

Unsere Etappe zum Yosemite Nationalpark fing früh morgens um 4:30 Uhr mit dem Weckerklingeln an, denn laut unserem Reiseführer sollte man bis spätestens 8 Uhr morgens im Yosemite NP sein, um die Chance auf einen First-Come-First-Serve Campingplatz zu haben. Nach 4-stündiger Fahrt schafften wir es dann mit Ach und Krach einen der letzten freien Plätze auf einem Campground etwas außerhalb des Valleys ergattern. Damit hatten wir ausgesprochen Glück, da an den kommenden Tagen Leute bereits um 4:00 Uhr morgens nach freien Plätzen suchten. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, fuhren wir ins Valley und erkundeten die Gegend mit Wanderungen unter anderem an den Mirror Lake. Abends fuhren wir hoch an den Glacier Point, da man von dort aus die beste Aussicht für den Sonnenuntergang hat. Auf dem Parkplatz kochten wir uns Tofu-Thai-Curry, das von einer asiatischen Omi als gut riechende „Hühnchen-Suppe“ komplimentiert wurde. 

 The famous Half Dome

The famous Half Dome

 Making-Of vom Glacier Point

Making-Of vom Glacier Point

 Glacier Point

Glacier Point

Da der erste Tag im Park sehr früh für uns angefangen hatte, freuten wir uns abends auf eine erholsame Nacht - daraus wurde jedoch nichts. Mitten in der Nacht wurden wir von Schreien „Go away Bear“ und mehreren Schüssen ruckartig aus dem Schlaf gerissen. Etwas verängstigt konnten wir etwas später wieder einschlafen, doch entspannend war die Nacht nicht. Dafür wurden wir gleich am nächsten Morgen über die nächtlichen Ereignisse von einer „Bear Chaserin“ informiert. Demnach hauste schon seit einigen Tagen ein abgemagerter, junger Bär auf dem Campinglatz auf der Suche nach Essen. Die Aufgabe der „Bear Chaser“ ist es, dem Bären seinen Aufenthalt am Campingplatz so unangenehm wie möglich zu gestalten, herumliegendes Essen zu verräumen und durch lautes Rufen und mit Schüssen aus Paintball-Waffen den Bären zu vertreiben. Auch in den folgenden Nächten wurde unsere nächtliche Ruhe von immer mehr Schüssen und immer lauterem Geschrei gestört, da die Verzweiflung des Bären auf der Suche nach Essen stetig wuchs und die Gegenwehr der Ranger entsprechend größer wurde. Ziel der Ranger ist es, dass der Aufwand für den Bären so groß wird, dass er von alleine irgendwo anders nach Nahrung sucht. Obwohl wir bis jetzt schon viel mit Bären konfrontiert wurden, war dies bis jetzt das eindrücklichste Erlebnis. 

Trotz der nächtlichen Ruhestörung standen wir am Montag morgen zum Sonnenaufgang auf, um am Tunnelview den „El Capitan“, den Manche sicher von ihrem Mac Hintergrund kennen, zu bestaunen. Die frühen Morgenstunden nutzen wir für eine Wanderungen an die Nevada Falls, welche mit 11km mit die schönste aber auch anstrengte Wanderung war. Das frühe Aufstehen zeichnete sich aus, denn auf dem Weg runter waren schon viel zu viele Touristen unterwegs und man wurde auf den schmalen Wanderwegen regelrecht runter bzw. raufgeschoben. 

 Top of Nevada Falls

Top of Nevada Falls

Die umfangreichen Ranger-Führungen, die darüber hinaus noch umsonst sind, nutzen wir am Dienstag sehr intensiv. Mittags nahmen wir an einer interessanten Geologie Wanderung zum Sentinnel Dome, bei welcher die Entstehung und das Gestein des YNP ausführlich erklärt wurde, teil. Am Abend fuhren wir nochmals auf den Glacier Point, wo wir einem Vortrag von Ranger Dave zum Sonnenuntergang zuhörten und anschließend von Ranger Jacob einige Erläuterungen zu dem Sternenhimmel, der zu dem Zeitpunkt klar über uns zu sehen war, erhielten. Der YNP wird richtig gehypt und überall als absolutes Muss empfohlen. Wir sagen: Unsere Erwartungen wurde übertroffen - die Natur ist dort atemberaubend und der Park trotz der Besuchermassen super gestaltet und organisiert, er gehört definitiv zu den Top 3 Nationalparks unserer Reise. 

Mittwoch früh ließen wir Yosemite schweren Herzens hinter uns und machten uns auf in Richtung Alabama Hills. Auf unserem Weg dorthin legten wir einen Stop im Bodie State Historic Parc ein, eine ehemalige Goldrausch-Stadt von 1894, die mittlerweile komplett verlassen ist und als Geisterstadt (seit 1962) ausgestellt wird. Abends erreichten wir die in vielen Filmen (bspw. Iron Man) zu sehenden Alabama Hills in deren Hintergrund sich die Eastern Sierras abzeichnen.

 Möbius Arch in den Alabama Hills

Möbius Arch in den Alabama Hills

Am nächsten Tag machten wir uns früh auf, da man an unserem nächsten Zwischen-Ziel nicht viel später als 11:00 Uhr Mittags sein möchte: Death Valley. Um 8:30 Uhr morgens wurden uns bereits 38°C Außentemperatur angezeigt und nach 10:00 Uhr wurde ausdrücklich von jeglichen Wanderungen abgeraten. Auf unserem Weg durch das Tal des Todes machten wir an ein paar Aussichtspunkten halt, u.A. Badwater Basin oder dem Zabriskie Point, doch an eine größere Tour war nicht zu denken. 3 Stunden später und mit jeweils 4 Liter Wasser intus fuhren wir komplett durchgegart bei 44°C praller Sonne aus der Wüste raus. 

Unser endgültiges Ziel für den Abend war die berüchtigte Zockerstadt Las Vegas. Wir hatten das Glück noch ein privates Zimmer im „Hostel Cat“ zu bekommen, in dem einige Szenen aus dem ersten Hannover Film gedreht wurden. Das Hostel lag am Ende des Las Vegas „Strips“, an welchem alle großen Hotels und Casinos liegen. Nachdem unsere letzte Dusche wieder knapp eine Woche her war, frischten wir uns im Hostel auf und nahmen den Strip bei fast angenehmen 35°C in Angriff. Am eindrucksvollsten waren für uns der Cesar Palace und das Belaggio Hotel, in welchen wir uns beide erstmal verliefen. Danach passten wir uns der Menschenmassen in der Innenstadt an, holten uns eiskaltes Bier und genoßen die Atmosphäre und den Flair der Stadt. Erst um 21:30 Uhr kamen wir wieder im Hostel an und hatten genau 30 Minuten Zeit, bevor das Abendprogramm losging. In einer halben Stunde mussten wir uns richten und auf den Alkoholpegel der anderen Hostelgäste kommen, die uns reichlich mit Punsch und Bier versorgten. Dann ging es in einem riesen Van mit ca. 14 Personen zu unserem ersten Halt an dem Abend, dem „Saphire“. Das „Saphire“ ist der weltweit größte Topless Stripclub in dem nicht nur Frauen, sondern auf Männer tanzen. Zum Einklang in den Abend bekamen wir Las Vegas pur ab und schon ging es weiter in eine der angesagtesten Bars der Stadt. Im „Golden Spike“ wurde der Einlass zwar streng kontrolliert, doch nur um im Innen die coolste Party der Stadt mitzuerleben. Neben Live-Karaoke und einer rieisigen Tanzfläche, wurde im Außenbereich Giant-Beer-Pong sowie Twister und auch riesen Schach angeboten - und da für 10 Dollar für einen Bier-Pitcher! Nachdem wir dort alle Spiele und mehrere Pitcher geleert hatten, kamen wir um 3:00 Uhr nachts auf die brillante Idee ins Casino zu gehen. Natürlich hat die Slot-Maschine unsere Dollarnoten gefressen, nichtsdestotrotz haben wir in Las Vegas um Geld gespielt, was bei einem Besuch absolut nicht fehlen darf. Zwischenzeitlich waren nur noch die Neuseeländer von den anderen Hostelgästen übrig, und mit denen haben wir besonders gut verstanden. Wie bei einer klassischen Las Vegas Story, verloren wir einen von ihnen plötzlich, der nur kurz auf Klo wollte. Nach etliche Anrufen und einigem Suchen waren wir wieder vollständig und torkelten in Richtung Hostel. Dort abgekommen um ca. 6:00 Uhr genossen wir noch ein kaltes Bier zum Sonnenaufgang, bevor wir komplett erledigt und glücklich um 7:00 Uhr ins Bett fielen. 

Am nächsten Morgen ging es leider viel zu früh los. 11:00 Uhr ist eine ziemlich inhumane Checkout-Zeit in Las Vegas. Somit waren wir aber zeitig auf der Straße und steuerten unser nächsten großes Ziel, den Gran Canyon an. Auf dem Weg dorthin verbrachten wir noch eine Nacht im Valley of Fire, das berechtigterweise seinen Namen trägt. Tagsüber lagen wir bei 47°C im Schatten und dösten vor uns hin, um abends bei „abgekühlten“ 40°C ein paart Besichtigungen zu machen. Wir hatten leider auch keine kalten Getränke mehr und die Duschen am Campingplatz ließen nur lauwarmes Wasser raus, sodass bei einer nächtlichen Temperatur von 39°C das Einschlafen eine absolute Qual war. Vor Erschöpfung fanden wir beide kurzzeitig Schlaf, doch um 5:00 Uhr war es bereits wieder so warm, dass wir unsere Sachen packten und weiter fuhren.

 Valley of Fire

Valley of Fire

 Hoover Dam

Hoover Dam

Über den Hoover Dam gelangten wir zu unserem Endziel dem Grand Canyon NP, der zum Glück bewölkt war und angenehme 25°C hatte. Den Sonnenuntergang nahmen wir noch mit, doch an dem Abend waren wir beide so erschöpft, dass wir früh ins Bett gingen und erstmal ausschliefen. Am nächsten Tag spazierten wir am Rim Trail des Grand Canyon entlang und genossen die Aussicht bevor es mittags weiter in Richtung Horseshoe Bend ging. Der Sonnenuntergang dort war wunderschön und toller Abschluss für die Woche!

 Grand Canyon

Grand Canyon

 Grand Canyon

Grand Canyon

 Horseshoe Bend

Horseshoe Bend

In der folgenden Woche möchten wir die „Mighty 5 Nationalparks“ in Utah in Angriff nehmen und damit die östlichsten Ziele unserer Reise erreichen. 

Tage unterwegs: 63
Kilometer zurückgelegt: 13560
Fast Food Mahlzeiten: 39
Foto Counter: 11510
Wildlife Counter: 59
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 37
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 24

Woche 8: San Diego - Sequoia NP

Auf dem Weg nach San Diego kamen wir wieder in etwas stockenden Verkehr auf dem Freeway, was an sich kein großes Problem darstellte, da wir erst abends bei Robin sein wollten. Bei knapp 45°C auf dem Asphalt und nur warmen Getränken im Auto war das aber eine ganz andere Sache. Dass wir seit 4 Tagen nicht mehr richtig geduscht hatten, machte die Situation auch nicht besser. Je näher wir uns allerdings unserem Ziel näherten, desto mehr sanken zum Glück die Temperaturen. Waren es auf der Autobahn zwischen Joshua Tree NP und San Diego noch 43°C, so kühlte es auf dem Weg zum Meer auf angenehmere 27°C ab. Nach einem erfrischenden Sprung in den Pazifik ging es zu Robin. Dort angekommen war es wunderbar unsere Freundin Robin wieder zu sehen und wir quatschen den ganzen Abend bei kaltem Bier und gutem Rotwein.

Dienstag war einer der höchsten Feiertage in den USA: 4th of July. Wir entschlossen den Tag entspannt angehen zu lassen und unternahmen vormittags eine kurze Wanderung zum Tooth Mountain bevor wir uns mit einem eiskalten Bier im Pool abkühlten. Abends kochten wir typisch amerikanisch Burger mit der von Robins Vater selbstgemachten weltbesten Guacamole. Das war einer der entspanntesten Tage den wir seit langem hatten! Zum Abschluss bei Robin waren wir gemeinsam mit den Eltern mongolisch Essen (sehr lecker!) und machten uns am Lagerfeuer Smores, bevor es für uns am nächsten Tag wieder auf die Straße ging. Freitag machten wir uns dann auf Richtung Yosemite NP und verbrachten den ganzen Tag in Auto - belohnten uns dafür abends aber an einem wunderschönen Campingplatz direkt am Lake Isabelle mit super leckerem Steak und Spargel im Speckmantel. 

 Auf dem Weg zum Tooth Rock

Auf dem Weg zum Tooth Rock

 Robin und Leo

Robin und Leo

 Sunset am Torrey Pines

Sunset am Torrey Pines

Wenn man von Süden den Yosemite NP anfährt, passiert man auf dem Weg den wunderschönen Sequoia NP. In ihm wachsen die mit den Redwood Trees verwandten Sequoia Trees, die auch als Mammutbäume bekannt sind. Die z.T. tausend bis dreitausend Jahre alten Bäume können gigantische Durchmesser von bis zu 12m und Höhen von 84m und mehr erreichen. Das Temperaturen stiegen am Tag nicht über 33°C, optimal um die Gegend mit ausgedehnten Wanderungen zu entdecken. 

 Sequioa NP

Sequioa NP

 Sequioa Tree

Sequioa Tree

Die einzige Campingplatz-Reservierung die wir vor unser Reise gemacht haben war für einen Campground (vermeintlich) nahe zum Yosemite NP. Als wir jedoch beim Campingplatz Samstagabend ankamen, zeigte uns das Navi noch genau 3 Stunden bis zum Yosemite Valley an. Um den Nationalpark zu erkunden war das natürlich keine Option. Wir verkürzten unseren Aufenthalt auf eine Nacht und werden morgen unser Glück versuchen einen First-Come-First-Serve Campingplatz im wohl berühmtesten NP Kaliforniens zu ergattern. 

Tage unterwegs: 56
Kilometer zurückgelegt: 11610
Fast Food Mahlzeiten: 33
Foto Counter: 7943
Wildlife Counter: 45
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 37
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 23

Woche 7: San Luis Obispo - Los Angeles - Joshua Tree

Auf halben Wege zwischen San Francisco und Los Angeles liegt das wunderschöne San Luis Obispo. In der elften Klasse hatte Leo einen Austauschschüler (Michael Mullen) von dort in Ihrer Klasse der, nachdem er über unseren Blog über unsere Reiseroute gelesen hatte, uns zu sich nach Hause eingeladen hat. Dankbar nahmen wir das Angebot an und trafen uns Montag nachmittag bei Michael zuhause, der uns direkt mit ans Meer nahm. Dort hatten wir das Glück nicht nur Otter im Wasser chillen zu sehen, sondern auch springende Delphine und sogar hier und da die Fontäne eines Wals zu beobachten - absolut atemberaubend. Abends zeigt Michael uns die verschiedenen Biersorten der Gegend, wobei uns das „Fresh squeezed indian ale pale“ am besten geschmeckt hat. Die nächsten Tage wurden uns versteckte Badeorte sowie einheimische Nachtische gezeigt, doch mit Abstand das eindrucksvollste war die Erfahrung mit einer 9mm Pistole auf einer Shooting Range zu schießen. Unsere ersten Schüsse feuerten wir etwas nervös und mit sehr großen Respekt vor der Pistole ab, als Männer am Schießstand neben uns anfingen mit verschieden Pistolen und Gewehren auf ihrer Zielscheibe Tic-Tac-Toe zu spielen. Die Auffassung und der Umgang der Amis mit Waffen ist wirklich sehr unterschiedlich zu unserer Auffassung. Wie Michael es uns erklärt hat geht es aber vor allem um den sportlichen Gedanken und die Disziplin an sich, nichtsdestotrotz etwas fremd für uns.

 Benny in Action

Benny in Action

 Gruppenfoto

Gruppenfoto

Nachdem uns einige Ausschnitte des „American way of Life“ gezeigt wurde, ging es Mittwoch Nachmittag für uns weiter den Hw #1 hinunter nach Malibu. Da der Verkehr nach Los Angeles, vor allem am frühen Abend, einer Tortur gleichkommt, entscheiden wir uns dafür den Abend in dem davor gelegenen Malibu Beach zu verbringen. Somit konnten wir am nächsten Morgen früh aufstehen und uns über den Sunset Blvd und den Santa Monica Pier ohne großen Verkehr Downtown Los Angeles nähern. Durch Beverly Hills und Hollywood fuhren wir entspannt durch, um die Atmosphäre dieser Stadtteile auf uns wirken zu lassen. Nach einem Abstecher zu den Universal Studios parkten wir im Dolby Theater, in welchem jährlich die Oskar-Verleihung stattfindet. Dabei wird der gesamte Verkehr um die Innenstadt lahmgelegt, sodass Stars und Sternchen in Ruhe ihren Lauf über den roten Teppich ablegen können. Zu unserem Glück war der Hollywood Blvd nicht allzu voll, sodass wir in Ruhe die Sterne unserer Favoriten auf dem Walk of Fame betrachten konnten. Für den Abend hatten wir ein ganz besonderes Wahrzeichen von Los Angeles rausgesucht: das Hollywood Sign. Dieses erreicht man durch den Griffith Park von welchen man die Buchstaben hervorragend sehen kann und wenn man noch etwas weiter geht, kann man nach einer circa 90 minütigen Wanderung die grandiose Aussicht auf die Rückseite des Wahrzeichens und das Stadtzentrum bei Nacht genießen.

Von Michael hatten wir einen heißen Tipp fürs billige Campen in LA bzw. in ganz Kalifornien bekommen: die National Forest Parks in Kalifornien. In diesen kann man Nächtigen ohne einen Cent zu zahlen und, da unsere rausgesuchten Campingplätze doch weiter weg waren als gedacht, fuhren wir nach der Nachtwanderung in der Angeles National Forest und stellten uns auf einen Parkplatz. Freitag morgen durchquerten wir noch Downtown L.A. mit dem Finanzviertel, der Altstadt und die Walt Disney Concert Hall. Die Hitze der Stadt wurde für uns eine immer größere Qual und was eignet sich da besser als Venice Beach für eine Abkühlung?

 Venice Beach

Venice Beach

Frisch erholt ging es fürs Wochenende über Palm Springs zum Joshua Tree Nationalpark. Bereits um 8 Uhr morgens war es in Palm Springs 32°C warm und tagsüber durften wir unseren Campingplatz bei unfassbaren 42°C aufbauen. Der Campingplatz, der direkt im Nationalpark und damit in der Halbwüste liegt, verfügt nicht mal über Trinkwasser und so ging es nach dem Zeltaufbau direkt in die Stadt um alle Wasserbehälter und Wasserflaschen aufzufüllen. Ohne fließend Wasser wird einem erst bewusst wie viel Wasser Zähneputzen, Kochen oder eine Katzenwäsche verbraucht! Gerade im Sommer ist es ratsam die Sehenswürdigkeiten des Nationalpark vor 12:00 Uhr mittags und erst wieder nach 17:00 Uhr abends zu erkunden. Die frühen Tagesstunden nutzen wir somit für kleine Wanderungen durch die öde, doch wunderschöne Landschaft. In der Zeit dazwischen konnten wir nicht mehr als im Schatten vor uns hin zu dösen.

Am Montag wird es für uns weiter nach San Diego zu unserer Freundin Robin gehen und von dort aus direkt zum Yosemite National Park. 

Tage unterwegs: 49
Kilometer zurückgelegt: 10123
Fast Food Mahlzeiten: 26
Foto Counter: 7694
Wildlife Counter: 42
Wochen-Tages-Durchschnittstemperatur: 28
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 15

 Joshua Tree National Park

Joshua Tree National Park

 Campground im Joshua Tree NP

Campground im Joshua Tree NP

Woche 6: Redwood Forest National State Park - Santa Rosa - San Francisco

Am ersten Abend dieser Woche ging es für uns zu einem richtigen Backcountry Campground. Dafür mussten wir uns zuerst beim zuständigen Ranger eine Camping-Erlaubnis holen, sowie unsere Notfall-Kontaktdaten hinterlassen. Danach ging es für uns ans Rucksack packen, denn wir mussten alles was wir brauchen mitnehmen. Wegen der hohe Kriminalität (selbst im etwas entlegenen Redwood National and State Park) mussten wir zudem alle Wertsachen und somit auch Laptop, Kameras und Stativ mitschleppen. Mit einem stolzen Gewicht auf dem Rücken ging es dann 2 1/2 Stunden insgesamt 9km durch den Redwood Forest bis wir unseren Campingplatz direkt am Meer erreichten. Jedoch wurden unseren Mühen leider nicht belohnt. Typisch für die Gegend war es sehr neblig und regnerisch, dementsprechend auch kühl. Um uns aufzuwärmen gingen wir kurzum am Strand Treibholz sammeln, anschließend schrieben wir am Blog weiter.

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Da das Wetter am nächsten Tag auch nicht besser war, ging es für uns frühmorgens wieder zurück und mit dem Auto weiter nach Süden. Zuerst den Highway No. 101 entlang und dann die unzähligen Serpentinen des Highway No. 1, der direkt an der Küste verläuft, hinunter. Am Meer war es zwar deutlich windiger, aber dank strahlend blauem Himmel, auch deutlich wärmer und so starteten wir unseren Mittwoch morgen mit einer Runde Yoga direkt am Strand, unweit unseres Campingplatzes. Bevor es für uns nach San Francisco ging, legten wir noch einen Zwischenstopp bei Bonnie's Bruder Ken in Santa Rosa ein. Bei ihm konnten wir freundlicherweise für eine Nacht bleiben, unsere Sachen waschen und einen Late-Night-Frozen-Yoghurt genießen, bevor es am nächsten Tag an die "City of the Bay" ging. In Santa Rosa mussten wir zudem noch einen Boxen-Stop mit unserem Dino einlegen. Durch die vielen Kilometer und viele Berg auf - Berg ab - Fahrten mussten ein Teil unserer Bremsbeläge erneuert werden. Zum Glück konnte die Reparatur innerhalb von 2 Stunden erledigt werden und seitdem läuft der gute Dino reibungslos. 

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Etwas außerhalb von San Francisco konnten wir auf einem der wenigen First-Come-First-Serve Campgrounds einen der letzten freien Zeltplätze ergattern. Der Campingplatz im Mount Tamalpais State Park liegt nur unweit der Golden Gate Bridge und war damit der perfekte Ausgangspunkt für unseren Aufenthalt in San Francisco. Um einen wunderbaren Blick auf die Golden Gate Bridge und die dahinterliegende Stadt zu ergattern ging es zu den Marin Headlands. Nachdem wir 10 Minuten bei schöner Sonne den Ausblick genießen konnten, schob sich eine dicke Nebelwand über das Wahrzeichen der Stadt, die dort auch erstmal blieb. Im dichten Nebel fuhren wir stadteinwärts um die Insel Alcatraz, Chinatown, Fishermans Wharf, die Cable-Car-Bahn und andere Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Wie in vielen amerikanischen Großstädten ist die Kriminalitätsrate in "Downtown" recht hoch. Auch wenn wir unsere Wertsachen stets mit uns nehmen, unsere Schlafsäcke, Klamotten, Konserven und unzähliges weiteres Equipment müssen wir im Auto lassen, was gerade für einen Obdachlosen die perfekte Ausrüstung darstellt. Dass unsere Angst nicht unbegründet war zeigte sich am zweiten Tag. Am frühen Abend wurde an einer viel-befahrenen Straße, an der wir unser Auto vermeintlich sicher abgestellt hatten, die Scheibe des Autos direkt neben uns eingeschlagen. 

Die Stadt ist aufgeteilt in einige Viertel, die im Gegensatz zu anderen amerikanischen Großstädten gut zu Fuß zu erkunden sind. Direkt neben dem prachtvollen und teuren Bankenviertel um den Union Square rum, liegt das "Tender Loin". So wird der Abschnitt ein paar Querstraßen weiter genannt, an dem sich sehr viele drogenabhängige und obdachlose Menschen aufhalten. In dem Castro Viertel wurde genau an dem Wochenende "Gay Pride" mit einer großen Parade gefeiert, bei der verkleidete und freizügige Menschen in Regenbogenfarben durch die Straßen ziehen und ihre Offenheit für Homosexuelalität demonstrieren. Im Allgemeinen haben wir die gesamte Stadt als sehr offenherzig mit vielen netten Leuten wahrgenommen.

Am Sonntag ging es weiter Richtung Süden um zu unserem Tagesziel Big Sur zu gelangen. Nach einem kurzen Stopp in Santa Cruz und leckeren Burgern bei "Five Guys" fuhren wir in den Pfeiffer-Big Sur State Park, in welchem wir nicht nur einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen, sondern auch die Milchstraße in voller Pracht sehen konnten! Durch die dünne Besiedlung in diesem Teil Kaliforniens ist Lichtverschmutzung bei Nacht sehr gering sodass unfassbar viele Sterne sichtbar sind!

Die kommende Woche werden wir weiter den Highway No. 1 zuerst nach Los Angeles und dann zu unserem südlichsten Ziel, San Diego, weiterfahren, bevor es in die bekannten National Parks Kaliforniens geht. Wir freuen uns wenn ihr unsere Blog gelesen habt/weiterhin lest! Für Tipps und Anregungen zu Zielen, Restaurants, Partys und weiterem sind wir immer dankbar! 

Tage unterwegs: 42
Kilometer zurückgelegt: 8608
Gefahrene Stunden im Auto: 97
Fast Food Mahlzeiten: 19
Foto Counter: 6632
Wildlife Counter: 36
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 19
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 13

Woche 5: Portland - Westküste - Redwood Forest National State Park

Die letzten Tage, einschließlich Montag, waren sehr entspannt und wir hatten Zeit uns zu erholen. Hervorzuheben ist nur der Besuch bei Voodoo Donuts, einem echt ausgeflippten Donut-Verkauf in Portland. Dort kann man unter anderem eine Donut Voodoo-Puppe kaufen, in die mehrere Salzstangen gesteckt sind und aus deren Einstechlöchern die Donut-Füllung quillt.

 Multnomah Falls

Multnomah Falls

Der Dienstag begann für Benny mit einem Besuch bei „coolsten Barbershop of Portland“. Zu rockiger Musik und Freibier für alle Kunden konnte man sich auf traditionelle Art rasieren und frisieren lassen. Frisch gestylt ging es danach mit Fahrrädern durch die Innenstadt von Portland sowie einige Stadtparks, bis zum Oregon Zoo. Im Vergleich zu den deutschen Zoos, die wir bisher besichtigten hatten, konnten wir im Oregon Zoo Biber und Fledermäuse live erleben! <Fun-Fact zu Fledermäusen: Sie schlafen nicht nur kopfüber, sie essen auch in dieser Position!> Nachmittags wechselten wir die Räder dann gegen unser Auto und fuhren entlang des Columbia Rivers zu verschiedenen wunderschönen Wasserfällen. Am bekanntesten der Fälle, dem Multnomah Fall, unternahmen wir abschließend noch eine Wanderung zum oberen Teil des Wasserfalls.

Am nächsten Tag fuhren wir nochmals den Columbia River über die Bridge of Gods bis zum Trillium Lake bei Mount Hood. Da es der letzte Abend bei Bonnie und Greg werden sollte, ging es nach dem Kofferpacken ins Kino. Zu einer XXL Packung salzigem Popcorn mit Butter und mehreren Bieren schauten wir uns gemeinsam „Wonderwoman“ (super cooler Film) an bevor es ins „Le Montage“ zum Mac’n’Cheese essen ging. Als Touri wären wir nie in das „Restaurant“ gegangen, denn es liegt mitten im Gewerbegebiet unter einer Brücke und sieht von außen ziemlich schäbig aus. Bei einer gemütlichen Atmosphäre konnten wir bei einer erstaunlich großen Auswahl an Bier und Wein richtig gut amerikanisch essen. Für den Nachtisch ging es zu einem weiteren Geheimtipp. Das „Rimsky-Korsakoffee House“ sieht von außen aus wie ein gewöhnliches Einfamilienhaus - keine Schilder oder Werbung - nichts, außer einem „Open“ Schild im Fenster weisen darauf hin, dass es eine Bar ist. Im Inneren stehen, neben kurios aussehenden Möbelstücken und jahrealter Deko, mehrere kleine Tische an denen man essen kann. Die größte Überraschung für uns beide war, dass sich manche Tische mit der Zeit bewegten. Ganz langsam, drehten sich diese, manche verschwanden in der Wand und unserer änderte seine Höhe!

 Bridge of the Gods

Bridge of the Gods

 Mount Hood

Mount Hood

Nach diesem schönen Abschluss ging es für uns am nächsten Tag weiter die Küste runter Richtung Süden. Zuerst nach Lincoln City und von dort über Bandon Beach bis zum Samuel H. Boardman Scenic Corridor. Während es am Anfang noch regnete, wurden wir am darauffolgenden Tag von einem strahlend blauen Himmel und 25°C begrüßt. Den gesamten Samstag liefen wir auf Costal Trails den Scenic Corridor entlang und erkundeten bis spät Abends die Küste. Im Gegensatz zum nördlichen Teil der Küste Oregons, der wenig spektakulär ist, ist der südliche Abschnitt wunderschön! Die Trails führen direkt entlang der Klippen, hin und wieder gibt es einen Sandstrand, und überall stehen riesige Felsen aus dem Wasser - wir kamen uns vor wie in einer anderen Welt!

Den Sonntag morgen starteten wir mit einer kalten Dusche im Pazifik. Selbst die starke Sonne an der Grenze zu Kalifornien kann die Wassertemperatur nicht auf mehr als „arschkalt“ erwärmen. Frisch und wach ging es vor den McDonalds zum Blog schreiben und vor allem Bilder hochladen. Ohne amerikanische SIM-Karte ist es echt schwer gutes Internet zu finden. Die meisten Camping-Plätze bieten kein Wifi an und so findet man eine schnelle Internetverbindung meistens nur bei den einträglichen Fast-Food-Ketten. Nachmittags erreichten wir dann endlich den Bundesstaat Kalifornien und unternahmen erstmal eine Wanderung in den weltbekannten Redwood Forest National State Park. 95% der noch existierenden Redwood-Bäume stehen an der Küste in Kalifornien, die als die höchsten Lebewesen auf unserer Erde gelten, und zum Teil über 160 Millionen Jahr alt sind.

 Redwood Forest

Redwood Forest

 Redwood Forest

Redwood Forest

Die kommenden Tage werden wir zuerst noch ausführlich den Redwood National Park erkunden bevor es entlang der Küste zuerst über die 101 und dann über den berühmten Highway No. 1 nach San Francisco geht. 

Tage unterwegs: 35
Kilometer zurückgelegt: 7132
Gefahrene Stunden im Auto: 84
Fast Food Mahlzeiten: 16
Foto Counter: 5213
Wildlife Counter: 35
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 24
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 10

Woche 4: Yoho - Vancouver - Washington - Portland

Montag morgen ging es wieder früh los, die Nacht haben wir wieder in einem unserer ersten Camping Plätze, dem Monarch Campground, verbracht. In der Hoffnung, dass mittlerweile mehr Wander-Trails vom Eis befreit waren, gingen wir wieder zur Touri-Info in Field. Die meisten Trails waren leider weiterhin von starker Lawinengefahr geprägt, sodass wir zwar noch eine kleine Wanderung machten, uns jedoch dann entschlossen die Rockie Mountains hinter uns zu lassen und in Richtung Vancouver zu fahren. 

Die Zeit inden Rockies war ein absoluter Traum! Die Berge, Täler und die restliche Natur ist wirklich so beeindruckend wie überall erzählt wird! Man muss sich jedoch bewusst machen, dass man gerade beim Zelten stark vom Wetter und der Temperatur abhängig ist. Leider zog sich der Winter dieses Jahr etwas länger, doch als Entschädigung für die kalten Nächte konnten wir ein paar Schneewanderungen mitnehmen und die Vielfalt des Landes besser wahrnehmen.

 Campground in der Nähe von Kamloops

Campground in der Nähe von Kamloops

Unsere Reise ging dieses Mal über Kamloops, dass wir noch am gleichen Abend bei 24°C spät abends erreichten und einen wunderschönen Sonnenuntergang auf unserem Camping Platz direkt am See erleben durften. Die Landschaft hat sich innerhalb der 5 Stunden Autofahrt von bergig und stark bewaldet, hin zu einer flachen, dürren Landschaft verändert. Das eher dürre Land zwischen den Rockies und dem Pazifik ist sehr schwach besiedelt. Am nächsten morgen ging es über Whistler, einer bekannten Ski-Region, weiter nach Vancouver City. Die ausgeschilderten Campingplätze in der Nähe der Innenstadt waren entweder mehr als eine Dreiviertel Stunde stadtauswärts platziert oder sündhaft teuer. Eigentlich hatten wir ein paar Tage in Vancouver zu bleiben, doch wir entscheiden uns, für eine Nacht einen zentralen, teuren Campingplatz zu beziehen und anschließend direkt in die USA weiter zu fahren. Das Campingplatz bot zwar für 51 CAD die Nacht heiße Duschen und WLAN, jedoch lagen wir die Nacht auf einem steinigen Boden direkt unter der stark befahren Lion Gate Bridge - schlimmster Campground bis jetzt.

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 Vancouver Skyline

Vancouver Skyline

Nach einer schlaflosen Nacht ging es dann früh los, denn an diesem Tag hatten wir großes vor: die Einreise in die USA. Zuerst ging es noch zu Walmart, um fehlendes Equipment und Konserven zu kaufen. Durch den Dollar-Kurs ist Kanada zur Zeit einiges günstiger als die USA. Da der gute Dino doch einiges mitgemacht hat, wurde dieser noch gründlich gereinigt und gepflegt, sodass die US Boarder Control keinen Grund hat, uns nicht in ihr Land zu lassen. Geputzt und aufgeräumt wagten wir uns in Richtung Kanada-USA Grenze. Die Zufahrt zur Grenze war schon einschüchternd - überall standen Polizisten und Kameras. Sicherheitshalber hatten wir unsere Taschenmesser nicht sichtbar im Koffer versteckt, was aber ziemlich nutzlos war, da man zuerst mit dem gesamten Auto durch einen Scanner fährt. Der erste Kontrolleur nahm wortlos unsere Pässe entgegen und verwies uns mit einem orangenen Laufzettel auf den nächsten Parkplatz. Dort warteten direkt zwei bewaffnete Kontrolleure auf uns, die uns zu unserer Verwunderung und zu unserem Erfreuen in deutsch darauf hinwiesen, dass wir als nächstes das Auto abzustellen sollen und uns in das Office begeben sollen, um den Stempel für unseren Reisepass abzuholen. Im Office wurden wir einem grimmig-schauenden Kontrolleur zugeteilt, der sofort mit der inquisitorischen Befragung loslegte. Der Kontrolleur schaffte es einem durchgehend das Gefühl zu geben die falsche Antwort zu sagen während er Fragen nach unseren Reiseziel, Kreditkartenlimits und Kontoständen stellte. Nach schrecklichen 10 Minuten Befragung waren wir deutlich eingeschüchtert und verunsichert, doch anscheinend haben wir doch nicht ganz falsche Antworten abgeliefert, da wir den Stempel in unser Pass bekommen haben! Die letzte Frage war dann noch, ob wir Obst und Gemüse bei uns haben. Etwas verunsichert zählten genau auf was wir dabei hatten: Eine Zucchini, zwei Paprika, eine Gurke, ein Apfel und eine….. NEIN zwei Bananen!! Selbst der Kontrolleur musste bei der Antwort etwas schmunzeln, soweit er dazu fähig ist einen freundlichen Ausdruck von sich zu geben, und wir durften endlich über die Grenze fahren. 

Erleichtert fuhren wir auf die amerikanische Autobahn, die mit der Geschwindigkeit 70 begrenzt war. Die Kanadier haben sich zum Glück dem metrischen System angepasst, sodass wir es auf den ersten Blick als 70 kmh wahrgenommen haben. Nach 5 Minuten merken wir aber, dass irgendwas nicht stimmt - jeder überholte uns! Also fuhren wir etwas schneller, aber selbst mit 30 kmh über dem Limit waren alle noch schneller! Die amerikanischen Polizisten sind nicht dafür bekannt, dass sie freundlich mit Rasern umgehen, und wir wollten unsere Einreiseerlaubnis nicht gleich wieder aufs Spiel setzen. Doch dann viel endlich der Groschen: Die Amis benutzen die Einheit Miles per Hour, die mit 70 circa 120 kmh entspricht.. Wir konnten nicht anders als laut loszulachen und damit viel auch jegliche Anspannung von uns ab. Gut gelaunt und bei tollem Wetter fuhren wir die Highway 5 runter Richtung Seattle, wo wir zuerst in einen Stau kamen, doch da wir nicht in die Stadtmitte wollten, kamen wir da schnell wieder raus. Für den Abend hatten wir uns die Westküste von Washington vorgenommen, die in manchen Teilen einem Urwald ähneln. Es ist wirklich erstaunlich, was für Landschaft-Wechsel wir allein in den letzten 4 Wochen mitbekommen haben - und jetzt noch ein Urwald! Direkt an der Küste, wo sogar Wale zu dem Zeitpunkt gesichtet werden konnten, bauten wir unser Zelt für den Abend auf und genossen im salzigen Meerwind unser Abendessen. 

 Erster Abend an der Küste

Erster Abend an der Küste

Am nächsten Morgen regnete es aus allen Kübeln! Wir trugen das Zelt unter das Vordach des Toilettenhauses und bauten es im Trockenen ab. Weiter ging die Fahrt entlang der Küste in Washington, die leider nicht wirklich viel zu bieten hat. Die Städte sind sehr klein und die Armut der Menschen dort ist deutlich erkennbar, sodass wir ohne großartige Zwischenhalte am Meer entlang den Highway 101 runter fuhren. Bei der Grenze zu Oregon, an der das kleine Städtchen Astoria liegt, hielt wir für ein kurzes Mittagessen bevor es dann weiter Richtung Portland ging.

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Das Ziel für den Abend war der berühmte Cannon Beach. In einem nahegelegenen Campground bauten wir unser Zelt für den Abend auf und gingen für den Sonnenuntergang zum Haystack Rock. An dem Abend fing es gewaltig an zu regnen, sodass man sogar kurzzeitig nicht weiterfahren konnte! Hat Wetter hielt die gesamte Nacht lang an, am nächsten Tag war es auch nicht besser. Völlig durchnässt schmissen wir unsere Sachen ins Auto und fuhren zur nächstgelegnen Shopping Mall bevor es wir abends zu unserer Freundin Bonnie und ihrem Mann Greg ging. Bonnie lebt mit ihrer Familie direkt in Portland und hat zum Glück ein großzügiges Gästezimmer in dem wir die nachfolgenden Tage unterkommen konnten. Bis einschließlich zum Wochenende verbrachten wir unsere Zeit damit uns zu erholen, unsere Wäsche zu waschen und zu trocknen sowie mit Bonnie und ihrer Familie Portland zu erkunden und u. A. zum Roosevelt Festival zu gehen. 

Tage unterwegs: 28
Kilometer zurückgelegt: 6134
Gefahrene Stunden im Auto: 71
Fast Food Mahlzeiten: 14
Foto Counter: 4712
Wildlife Counter: 33
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 17
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 10

 Cannon Beach

Cannon Beach

Woche 3: Jasper - Banff - Kootenay - Yoho

Der Montag morgen begann im Jasper Nationalpark wieder sehr früh, um den Sonnenaufgang am Lake Pyramid mitzunehmen. Den Rest des Tages haben wir entspannt in der wunderbaren, starken Sonne verbracht. Bevor es zum Sonnenuntergang an die Sunwapta Falls ging, bauten wir noch eine entspannte Yoga-Session ein. Um von dem nördlichen Jasper zum tiefer gelegenen Lake Louise zu kommen, fuhren wir, dieses Mal ohne Schneesturm, den atemberaubenden Icefield Parkway runter. Auf halber Strecke zu Lake Louise liegt das Columbia Icefield, einer der wenigen begehbaren Gletscher weltweit. In ganz Kanada wird mit dieser Attraktion geworben und für knapp 200 CAD kann man mit einem riesigen Truck direkt über das Eis auf die Gletscherzunge fahren - für ein „Erlebnis, das man nie wieder vergessen wird“. Die Realität sieht leider etwas anders aus. Mit den Trucks legt man circa 5 km auf planiertem Eis auf der Gletscherzunge zurück und hat dann 20min Aufenthalt auf der Gletscherzunge bevor es wieder über 5 km Eis und mehrere Kilometer Asphalt zurück geht. Wir beide entschieden uns dafür lieber von der Terrasse des Discovery Centers, dass dem Gletscher gegenüber gelegen ist, den Gletscher in der Sonne mit einem leckeren Cheeseburger zu betrachten. 

 Pyramid Lake

Pyramid Lake

 Columbia Icefields

Columbia Icefields

In dem Städtchen Lake Louise angekommen wurde schnell klar, dass sich einiges geändert hat in den vergangenen zwei Wochen. Es waren doppelt so vielen Touristen unterwegs und zu unserem Erstaunen war der gleichnamige See komplett eisfrei! Die Farbe war wunderbar türkis und das Wasser glasklar. Wir hatten wahnsinnig Glück, dass wir das noch erleben konnten, da dieses klare Wasser nur sehr kurz zu sehen ist. Das Gletschereis schmilzt nach und nach mit der stärker werdenden Sonne und nimmt auf dem Weg runter vom Berg ausreichend Schlamm und Steine mit sich. Mit der Folge dass der gesamte See milchig und trüb wird. Der Campground für den Abend war leider ein richtiger Fehlgriff. Auf den mit 27,40 CAD pro Nacht teuren Campingplatz konnten wir die ganze Nacht vorbeifahrende Züge hören und die Sanitäranlagen waren in schlechtem Zustand. Allgemein beinhalten die „luxuriöseren“ Campingplätze für 27,40 CAD bis 33,50 CAD pro Nacht neben einem Picknicktisch und eine Feuerstelle, einen Trinkwasser Zugang, Strom in den Waschhäusern und Duschen sowie Toiletten mit Spülung. Um Feuer zu machen braucht man eine Erlaubnis, die man für weitere 8,80 CAD erwerben kann (Feuerholz so viel man will inklusive). Gerade Wasser- und Stromanschlüsse sind eigentlich für RVs gedacht und für uns richtig unnötig. Nach der lauten Nacht wollten wir uns entspannte Tage in Banff machen, idealerweise in einem „primitiveren“ Campground. Diese entsprechen den Backcountry Konditionen, ohne laufend Wasser und nur mit Plumpsklo ausgestattet, und kosten zwischen 15,50 bis 17,60 CAD pro Nacht. Dabei muss man noch beachten, dass der Kurs Euro CAD für uns sehr gut ist, sodass man von dem original Preis gut ein drittel abziehen kann.

Am nächsten Tag ging es für uns wieder nach Banff, dass sich diesmal von seiner schönen, sonnigen Seite zeigte. Nach einer anstrengenden Wanderung auf den Tunnel Mountain fuhren wir an den bekannten Two Jack Lake. Dieser hatte zwei Parkplätze, der eine war hinter einem Hügel etwas ab von der Straße und nicht direkt sichtbar. Dort hing zwar ein Schild, dass Camping auf dem Parkplatz zwischen 23:00 und 07:00 Uhr untersagt ist, doch wir wollten sowieso früh für den Sonnenaufgang aufstehen und könnten, wenn doch jemand kontrolliert, schnell wegfahren. Unser Abendprogramm, kochen und Sonnenuntergang anschauen am Two Jack Lake, fiel wortwörtlich ins Wasser, da es nochmal richtig angefangen hat zu regnen. Spontan entschieden wir uns in das einzige Kino weit und breit in Banff für die 22:15 Uhr Vorstellung von Piraten of the Caribbean 5 zu gehen. Wenn die Nacht schon kurz werden soll, dann machen die 2 Stunden weniger auch nichts mehr aus. Als wir nach dem Film (absolut sehenswert) um halb 1 auf den Parkplatz fuhren, stand bereits ein anderer Camper dort zum schlafen. Die Nacht verlief problemlos, wenn sie auch etwas kurz war.

 Two Jack Lake

Two Jack Lake

Am Morgen hat es leider wieder geregnet und mit unserem übernächtigten Zustand gab es nur eine Möglichkeit: die Hot Springs (Therme). Mit einer Wassertemperatur von 38°C und einem leichten Regen von oben konnte man super entspannen und anschließend warm duschen. Nach der Stärkung fühlten wir uns bereit den Sulphur Mountain in Angriff zu nehmen, der mit einer Höhe von ca. 2500 m doch nicht so einfach hoch zu wandern war wie gedacht. Es gibt zwar eine Gondel, doch die 62 CAD pro Person wollten wir uns lieber sparen. Für die 6 Kilometer und die 700 Höhenmeter haben wir nur knapp 90 Minuten gebraucht und die Aussicht von dort war einfach atemberaubend.

 Blick vom Sulphur Mt.&nbsp;

Blick vom Sulphur Mt. 

 Gondeln des Sulphur Mt.&nbsp;

Gondeln des Sulphur Mt. 

Da sich das Wetter wieder gebessert hatte wollten wir doch nochmal versuchen, einen schönen Sonnenuntergang am Two Jack Lake zu genießen. Wir kochten uns etwas leckeres und verbrachten ein entspannten Abend mit Lesen und Fotografieren. Am letzten Abend hatte das unerlaubte Übernachten so gut geklappt, dass wir uns entschieden nochmals eine Nacht auf dem Parkplatz zu schlafen. Um 23:30 lagen wir bereits mit unseren Schlafsäcken im Dino, als ein Ranger Auto zur Kontrolle herumfuhr. Wir wurden beide etwas nervös und versuchten uns so gut wie möglich klein zu machen und zu verstecken. Ein anderes Auto, welches nur wenige Meter vor uns stand, wurde gründlich mit Taschenlampen von außen durchsucht. Bei uns guckten sie nur kurz rein und fuhren dann weiter. Wir hatten keine Ahnung ob sie nun unser Nummernschild aufgeschrieben hatten oder ob wir in sonstigen Schwierigkeiten stecken würden. Am nächsten Tag erkundigten wir uns über mögliche Konsequenzen der letzten Nacht. Zur unser Erleichterung werden nur Autos verdächtigt, in welchem man gut schlafen kann und die auch größer sind, und man hätte ein Zettel an das Fenster geklebt. Glücklicherweise ist der Dino so groß, dass wir gemütlich drin schlafen können aber anscheinend so unscheinbar, dass er uns vor dem Strafzettel gerettet hat!

 Two Jack Lake

Two Jack Lake

Um dem Regen zu entfliehen entschieden wir uns Banff zu verlassen und Richtung Süden zum Kootenay Nationalpark zu fahren. Der Kootenay Nationalpark ist alles andere als touristisch und somit genau richtig um in der Natur zu entspannen. Die Landschaft im Nationalpark ist stark von Waldbränden geprägt. DIe verbrannten Regionen erstrecken sich teils kilometerweit mit schwarzen, tristen Baumstämmen. Bekannt sind in Kootenay vor allem die „Radium Hot Springs“, eine etwas größere Therme, die sich für unseren Zustand optimal eignete. In den warmen und kalten Schwimmbecken verbrachten wir unseren Mittag mit strahlendem Sonnenschein am Himmel. Unsere Campinganlage direkt bei der Stadt Kootenay war ein absoluter Traum. Weit weg von der Straße mit einem tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang zwischen den Bergen. Wir entschlossen uns dazu den Rest des Tages das Camperleben zu genießen und abends zu Grillen und Smores zu essen. Für Smores braucht man Schokoladenplättchen und Marshmallows, die man davor über dem Feuer warm macht und mit Butterkeksen als Sandwich zusammendrückt - ein absolutes Muss für alle Camper!

Die zwei Tage Entspannung in Kootenay haben uns richtig gut getan und der Nationalpark eignete sich mit seinen wenigen Attraktionen wie die „Painting Pots“ optimal dazu. In Kanada hatten wir keine Campingplätze reserviert und konnten damit unsere Route so gestaltet, wie wir es wollten. Damit konnten wir ein starkes Freiheitsgefühl und eine Spontanität erleben, die wir aus dem Alltag garnicht gewohnt sind. Zusammen mit der endlosen Natur ist das Land ein absoluter Traum, und auch wenn es mal regnet, man genießt jede Sekunde davon. 

Tage unterwegs: 21
Kilometer zurückgelegt: 4351
Gefahrene Stunden im Auto: 53
Fast Food Mahlzeiten: 7
Foto Counter: 4377
Wildlife Counter: 33
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 25
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 7

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Woche 2: Yoho - Banff - Jasper

Die folgenden Nächte haben wir weiterhin in Field (Yoho National Park) verbracht, da die Campgrounds in der Nähe von Lake Louise und Banff noch geschlossen waren. Montag wurde das Wetter mit Temperaturen bis zu 25°C schlagartig besser. Das Wetter haben wir sofort genutzt, um eine Wanderung zu den wunderschönen Wappta Falls zu unternehmen und um etwas Sonne aufzunehmen. Nichtsdestotrotz fielen die Temperaturen in der der Nacht wieder auf 2°C. Um das zu überstehen haben wir unsere Schlafsäcke zu einem großen Schlafsack verbunden, in der Hoffnung, dass uns die gegenseitige Nähe warm halten kann. Wir froren etwas weniger, doch eine langfristige Lösung stellte das sicher nicht dar. Dienstag morgen ging es früh los (5:00 Uhr), um den Sonnenaufgang am Lake Louise zu sehen. Dieser war noch komplett vereist und überall lag Schnee, doch der Anblick war es absolut wert.

 Lake Louise

Lake Louise

 Lake Moraine

Lake Moraine

Zu unserem Glück wurde der Zugang zum Lake Moraine genau an diesem Morgen geöffnet, sodass wir uns den bekanntesten See der Canadian Rockies genauer anschauen konnten. Nachmittags unternahmen wir noch eine abenteuerliche Wanderung durch kniehohen Schneematsch der trotz 20°C noch überall lag. Abends entschlossen wir uns im Auto zu schaffen, da wir von einem anderen Camping-Pärchen erfahren haben, dass das super funktionieren soll. Nachdem wir beide wieder am nächsten Morgen zitternd aufgewacht sind haben wir letztendlich den Entschluss gefasst, dass wir uns neue Schlafsäcke besorgen werden. Somit fuhren wir Mittwoch in die nächst gelegene Stadt, Banff („nur“ 60km entfernt), und haben uns nach einer super Beratung für zwei North Face Schlafsäcke entschieden, in welchen wir bis zu -9°C angenehm schlafen können. Nachdem das Problem beseitigt hatten, kam direkt das nächste auf uns zu: ein so heftiger Schneesturm, den man in den letzten Jahren so nicht in Deutschland mitbekommen hat. Wir haben es gerade noch ohne Ketten nach Lake Louise geschafft, bevor die Straßen gesperrt wurden.

Somit verbracht wir den Nachmittag im gemütlich warmen Touri-Center. Solche plötzlichen Wetterwechsel sind ganz normal und werden von den Einheimischen nur als „typical Rocky Weather“ abgetan. Bis zum Abend hatte sich der Schnee in Regen verwandelt und wir konnten unsere geplant Tour entlang des Icefield Parkway zu unserem geplanten Campground für die Nacht aufmachen. Auf halben Wege brach wieder ein Schneesturm über uns ein und unser angepeilter Campground war nicht einmal zugänglich vor lauter Schnee. Etwas verzweifelt stellten wir fest, dass wir mit dem halb-vollen Tank nicht mehr zurück nach Lake Louise schaffen, als gab es nur eins: Weiterfahren.

Mitten Inder Nacht im Jasper National Park angekommen, hatte dort sogar noch ein Campground offen und eine freundliche Dame hat uns sofort ein Stellplatz zugeteilt. Komplett erschöpft und glücklich bezogen wir unseren schneefreien Camping Platz im Wapiti Campground und schliefen unsere erste Nacht ohne zu frieren durch. Nach fast einer Woche hatten wir zudem noch den Luxus eine richtige Dusche zu nehmen!Auch wenn das Wasser kalt war, war diese Dusche befreiend. Das Wetter um Jasper herum war wieder wechselhaft, sodass unsere geplante Wanderung am Lake Maligne leider ins Wasser fiel. Doch der Ausblick war so schön, dass wir uns dort noch was kochten und den Sonnenuntergang genossen.

 Maligne Lake

Maligne Lake

Seit wir die neuen Schlafsäcke haben, schlafen wir jede Nacht problemlos durch und keiner muss mehr frieren. Merke: Das richtige Equipment ist das A und O. Freitag zeigte die Sonne sich schon mehr und wir machten die Wanderung entlang des Maligne Canyon über alle sechs Brücken. Dieser ist der tiefsten Canyon der Canadian Rockies und hat eine grünliche Farbe aufgrund des „rock flours“, dass von den Steinen ausgewaschen wird. Am Abend entschieden wir uns für eine Yoga Session am Pyramid Beach, bei der spontan ein kleiner Junge und eine nette Asiatin mit eingestiegen sind. Die Kanadier empfinden wir als sehr offenes Volk, die jeder hilfsbereit und freundlich sind.

 Pyramid Lake

Pyramid Lake

Unseren Samstag morgen begannen wir mit einer Einführung zu den Bären hier in der Gegend. Es stellte sich dabei heraus, dass wir Menschen garnicht auf der Speisekarte der hier lebenden Bären stehen und somit, solange wir sie nicht bedrängen oder ärgern, keinerlei Gefahr für uns darstellen. Die Schwarzbären und Grizzlybären ernähren sich hier im Staat Alberta fast ausschließlich vegetarisch, abgesehen von dem ein oder anderen jungen Elch oder mal einem Eichhörnchen. Die Temperaturen werden, vor allem für die Grizzlies, im Sommer zu hoch, sodass diese sich immer weiter im Norden aufhalten, wo die Polarbären sich rumtreiben. Grizzlies und Polarbären sind artverwandt, sodass durch die Gebietsteilung hin und wieder Pizzlies oder auch Grolars entstehen. Am Mittag wurde es bis zu 30°C warm, sodass die Wanderungen nicht mehr allzu viel Spaß gemacht haben. Deshalb haben wir uns am Nachmittag an den Lake Annette gechillt, dort wo alle Locals hingehen, und haben unsere Füße im glasklaren See abgekühlt.

 Lake Anette

Lake Anette

Abends fuhren wir an die Athasabca Falls, die, abgesehen von den ärgerlichen Moskitos, atemberaubend waren. Sonntag morgen haben wir wieder ausgeschlafen und uns nach einem leckeren Frühstück 2 Mountainbikes ausgeliehen. Mit diesen bretterten wir 3 Stunden über Stock und Stein entlang der Seen und in den Waldgebieten, ein absolutes Traum für jeden der gerne Mountainbike fährt. Abgesehen von ein paar Elk Cows sahen wir noch eine große Herde Großhorn Schafe, die bei der prallenden Hitze eine Abkühlung am See benötigten. Die Tour war sehr anstrengend sodass wir den Rest des Tages mit Grillen und einem kühlen Bierchen am Feuer verbrachten. 

Tage unterwegs: 14
Kilometer zurückgelegt: 2541
Gefahrene Stunden im Auto: 34
Fast Food Mahlzeiten: 6
Foto Counter: 3156
Wildlife Counter: 12
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 26
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 5

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Woche 1: Vancouver - Kelowna - Revelstoke - Yoho

Unsere Reise begann Montag früh um 5 Uhr morgens mit einer ICE-Fahrt von Stuttgart nach Frankfurt. Von dort flogen wir über Amsterdam nach Vancouver. Um 14:00 Uhr Ortszeit kam wir an und hatten mit der 9 stündigen Zeitverschiebung somit noch den ganzen Tag in Vancouver. Leider waren wir von der Reise so erschöpft, dass die gewonnene Zeit komplett fürs Schlafen draufging. Dafür waren wir am nächsten Morgen früh wach und konnten rechtzeitig mit unser Mission für Vancouver beginnen: ein passendes Auto für unsere Reise finden. In Erfahrungsberichten wurde der Ortsteil Surrey für einen Autokauf empfohlen, da sich dort Autohändler an Autohändler reiht. Den Vormittag über haben wir diverse Autohändler abgeklappert und konnten am Ende genau definieren, was wir brauchen: Ein Geländewagen mit Vierrad-Antrieb in dem man im Notfall übernachten kann. Als wir bei einem Händler einen Acura MDX in Laubfrosch-grün entdeckten, wussten wir sofort, dass wir unser Auto gefunden haben. Nach einer kurzen Testfahrt und einer detaillierten Kontrolle aller Funktionen wurde der Verkaufsvertrag aufgesetzt und der Preis verhandelt. Direkt im Anschluß kam ein Versicherungsbeauftragter vorbei und hat mit uns eine passende Versicherung abgeschloßen, sodass wir noch am selben Nachmittag mit unserem „Dino“ vom Händler wegfahren konnten. Der einzige Mangel waren die nicht funktionierenden Blinker, doch dafür kamen wir die nächsten Tage nochmal vorbei um das Problem zu beheben. Den erfolgreichen Tag schlossen wir am Stanley Park mit einem traumhaft schönen Sonnenuntergang und zwei Dosenbieren ab.

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Die anschließenden Tage verbracht wir damit das Auto zu putzen und das notwendige Camping-Equipment zu besorgen, dass sich aufgrund der riesigen Supermärkte in nur wenigen Shopping-Touren erledigen ließ. Wir hatten uns dazu entschieden die benötigten Utensilien und Vorräte vor Ort zu kaufen, da unsere Koffer platz- und gewichtsmäßig mit Klamotten für drei Monate bereits ausreichende gefüllt waren. Neben den Vorbereitungen durfte natürlich nicht das Entdecken der wunderschönen Stadt Vancouver zu kurz kommen. Von den vielen Eindrücken die wir erleben durften haben uns vor allem der Stanley Park und China Town beeindruckt.

 China Town

China Town

 Vancouver Downtown

Vancouver Downtown

Freitag früh verabschiedeten wir uns von unserem tollen Air B’n’B Gastgeber Luciano und machten uns auf dem Highway #1 Trans-Canada auf den Weg nach Kelowna. Leider wussten wir nicht, dass genau an diesem Mai-Wochenende ein verlängertes Wochenende war. Damit waren eigentlich alle Campingplätze belegt, jedoch durften wir mit viel Glück und etwas Druck auf die Tränendrüse den Campingplatz der Besitzerin beziehen. Unseren ersten Camping-Abend verbrachten wir mit leckerem Budweiser Dosenbier und selbstgerechten Chili con Carne. Es wurde sehr kalt in der Nacht, doch wir waren uns sicher, dass das Wetter in den nächsten Tagen camp-freundlicher werden sollte. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Revelstoke, wobei die Abstände zwischen zivilisierten Städten immer weniger wurde. Dort angekommen machten wir unsere erste Wanderung im angrenzenden Nationalpark im T-Shirt bei 25 Grad in der Sonne. In der Nacht fiel die Temperatur stark ab und wir beide froren trotz Daunenjacken und etlichen Pullis so in unserem Zelt, dass wir am nächsten Morgen noch vor 5 Uhr weiterfuhren.

 Erster Campground

Erster Campground

 Erste Wanderung

Erste Wanderung

Über den Glacier Nationalpark gelangten wir an unser nächstes Ziel, dem Yoho Nationalpark. Der Nationalpark ist schon Teil des kanadischen Backcountry. Das bedeutet keine Fast-Food-Ketten, kein Handynetz, nur alle 150 km eine Tankstelle und Natur pur sowie freilaufende Bären und Elche. Um weitere Informationen zu der Gegend zu erhalten, fanden wir die Touristen Information auf, wo uns eine nette Bayerin über die aktuelle Lage informierte. Wie wir erfuhren hat seit über 10 Jahren (genauer seit 2003) die Region keinen so schlimmen und langen Winter erlebt. Leider sind die meisten Sehenswürdigkeiten wegen Eis und Schnee noch nicht zugänglich. Wir machten das beste draus, und besuchten die zugängliche Attraktionen, wie dem Emerald Lake und die Natural Bridge. Auf einem kleinen Camping Platz, der ebenso den Backcountry-Konditionen unterlag verbrachten wir die Nächte. Die Ausstattung des Platzes ist mager: ein einzigen Wasserhahn für alle zum Waschen und Spülen, Plumpsklos, kein Strom und Essencontainer. Abgesehen von den Rangers, die einmal am Tag nach dem Rechten schauten, waren wir nur von Wäldern und Bergen umzingelt. Dort bewegen sich die verschiedenen Tiere frei herum, weshalb absolut kein Müll- oder Essensreste offen rumliegen bleiben dürfen. Das Essen lockt die Tiere, vor allem Bären, an, deshalb muss das Essen in den dafür vorgesehenen Containern verstaut werden und die Klamotten, mit welchen man Essen zubereitet hat, komplett nach dem Essen gewechselt sowie für die Nacht und separat gelagert werden. Hält man sich an diese Regeln, lassen die Tiere einen hoffentlich in Ruhe. 

In dieser Woche haben wir sehr viele neue Eindrücke gewonnen und trotz der kalten Nächte, macht uns das Campen viel Spaß. 

Hier noch eine kleine Statistik zu unserer Reise bis jetzt: 
Tage unterwegs: 7
Kilometer zurückgelegt: 1397
Gefahrene Stunden im Auto: 20
Fast Food Mahlzeiten: 5
Wochen-Tages-Durchnittstemperatur: 19
Wochen-Nacht-Durchschnittstemperatur: 4

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